besser spät als nie: die Ziehung

9.12.2015

So, es war ein bisschen stressig im Häschenhause. Ich musste erst eine Lostrommel aus glücklich gewachsenem Chiasamenholz (selbst nachhaltig und ökologisch angebaut) bauen (Werkzeug natürlich mit dem Liegerad bei manufactum geholt), und dann noch eben einen Kalligraphiekurs machen, damit die Pingpongbälle mit den Nummern auch nach etwas aussehen. Dann haben sich hier alle in Schale geschmissen, ein paar Lieder geträllert und feierlich die Gewinner der beiden CDs gezogen.
Echt blöd, daß das mit dem Livestream nicht geklappt hat. Und Film ist auch keiner mehr in der Kamera. Tut mir leid. Nächstes Mal.

Die Gewinner (Herr shhhh und Tanja) kriegen noch eine Mail. Ich sage Danke an jede/n einzelne/n Mitleser/in. Es freut mich, daß ich das hier nicht nur für mich mache…
Für alle Nicht-Gewinner gilt: auch wenn man das Album kauft, hat man gewonnen. Echt jetzt.


Lieblingssstück: die Kinder-CD, die niemals nervt – mit Verlosung!

27.11.2015

Ich weiß, das ist eigentlich ein unhaltbares Versprechen. Aber wenn’s doch wahr ist!
Zugegeben, man muss es schon mögen, das Wortgespiele. Und wenn man Willy Astor schon einmal gehört hat, ahnt man vielleicht, was einen erwartet: ein Feuerwerk von Wortwitzen, gepaart mit (jedenfalls in meinen Ohren) erstaunlich vielseitiger Musik.
Auf der CD dem Album „Kindischer Ozean – Lauschliedergeschichten aus dem Einfallsreich” wird erzählt, wie die Familie Bröselböck in den Urlaub fährt und dabei so einiges erlebt. Die Geschichte ist hanebüchen und hangelt sich eigentlich nur von Song zu Song, das aber extrem unterhaltsam. Und die 20 Songs sind jeder für sich ein kleiner Kracher mit Ohrwurmgarantie. Hier findet sich Country, Musikantenstadel, Schlager und Blues, und neben Willy Astor spielen einige bekannte Musiker mit, z.B. Max Mutzke, Otto oder Günther Sigl von der Spider Murphy Gang. Und natürlich Mary Roos, die die laszive Kitzelqualle gibt. Ach, es ist ein einziger großer Spaß für Klein UND Groß!

Wer jemals „Conny”-, „Bibi und Tina” oder gar „Filly”-Hörspiele erdulden musste, für den ist der kindische Ozean Balsam fürs Gehirn. Und ich verspreche: selbst beim vierundvierzigsten Hören entdeckt man nochmal ein kleines Detail oder kapiert ein weiteres Wortspiel.

Man merkt es vielleicht: ich bin begeistert von dem Ding. Erst heute wieder wird es uns einige Kilometer Autobahn erträglicher machen.
Und weil ich möchte, daß mehr Eltern Spaß an den Dingen haben, bei denen es ihren Kindern die Bäuche schüttelt, habe ich einfach mal die Plattenfirma angeschrieben, die zwei CDs (ja, da bin ich oldschool) zum Verlosen hat springen lassen. Sonst bekomme ich nichts für die Werbung, ehrlich. Ich hätt’s ja eh gemacht. Weil, hab’ ichs schon gesagt? Das Ding ist Gold wert. Und übrigens geeignet ab drei Jahren, würde ich sagen. Ohne Obergrenze. Sogar Oma fand’s gut (und das ist ja quasi die Höchststufe von Lob).

alle anderen können in die Tonne!
Und ich will nicht einmal Likes sammeln oder Links oder Blogrollplätze! Ich verlose einfach nur unter allen Kommentatoren dieses Posts zweimal eine originalverpackte CD – Kommentierschluss ist der 6.Dezember um 12 Uhr mittags. Rechts- und Linksverdrehung ausgeschlossen. Ich freu mich sogar schon für Euch!

(Booah, watt Karma.)


Lieblingsstück: die neue Ausmaltapete.

23.10.2015

In letzter Zeit geht mir Konsum so dermaßen auf den Senkel, die Reizüberflutung auf allen Kanälen macht mich fertig. Das soll ich kaufen und dies hier und überhaupt das allerbeste ist biofreilandglücklichsoja. Der Wocheneinkauf wird zum Höllentrip, die Fußgängerzone meide ich eh schon lange. Erstaunlicherweise geht das Geld trotzdem weg wie nix…

Immerhin – ein Gutes hat dieses Gefühl, sich hauptsächlich zwischen Mist entscheiden zu müssen: ich schätze die raren Diamanten mehr. Weil ich mich an ein paar Dingen tatsächlich täglich freue, möchte ich Euch heute einmal meinen aktuellen Lieblingsfund vorstellen. (Vielleicht wird ja sogar eine kleine Reihe draus – aber ich verspreche nix. Ich muss doch an die Filzer…) Ganz ohne Sponsoring und Gegenleistung irgendwelcher Hersteller/Händler/Großkonzerne, einfach weil ich finde, daß mehr Leute diese Sachen lieben sollen. Die Welt wäre eine bessere.

Und so präsentiere ich heute stolz unsere neue Ecke im Flur, die bislang ein Schränkchen beherbergte, das woanders so viel besser hinpasst. Jetzt ist wieder Platz für trölfzig neue Jacken.

garderobe

Und das beste: die Kinder sind mit einer Handvoll Filzern ein paar Tage verräumt. Ich muss nur die Jacken vorher abnehmen.
doodle

Diese fantastische Tapete kommt innerhalb weniger Tage zuverlässig aus England. Der Preis relativiert sich schnell: da sind 10m drauf – das macht sogar bei Altbau-Raumhöhe mindestens dreimal 52cm nebeneinander (je nach Rapport).
Und wem das Muster zu verwirrend ist: Der Künstler Jon Burgerman hat auch noch eine weitere großartige Ausmaltapete im Angebot. Jetzt gibt’s aber keine Gegenargumente mehr! Rübersurfen, kaufen, tapezieren, malen, stolzsein wie Bolle!


flüchtige Begegnungen

12.9.2015

Ich war letzte Woche mit Rakete in Wien. Am Westbahnhof habe ich zum ersten Mal ohne Fernseher dazwischen die Bilder gesehen: erschöpfte Menschen,auf Grünflächen schlafend. Helfer mit Wasserflaschen und Proviantkisten. Menschen mit Aufklebern am Shirt, auf denen die Sprachen stehen, die sie sprechen. Und direkt daneben geht der Alltag weiter.
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Auf der Rückfahrt setzt sich ein junger Mann neben uns, etwas dunklerer Teint als wir, mit Hipster-Halstuch und ohne Gepäck. Unsere Blicke kreuzen sich nicht, ich zweifle keinen Moment daran, daß da ein Einheimischer mir gegenüber sitzt, er wirkt sicher, bewegt sich so souverän in seiner Umgebung, scheint sie ganz alltäglich wahrzunehmen.
Bei der Fahrkartenkontrolle wird klar: er hat zwar einen Fahrschein, spricht aber kein Wort Deutsch oder Englisch. „Jo Servus”, grantelt der Schaffner beim Blick auf seinen Fahrschein, „Frankenberg, wo soll des denn sein? Do san’s hier oba foisch.” Der junge Mann lächelt, jetzt doch unsicher, und holt einen ausgedruckten Reiseplan heraus. „Soso, Burgenland. Na immerhin wissmer edds dehs. No, da sans eh net gohns vakehrt. Steign’s in St.Pölten ahs und nehmans den Regionalzug nach [Dingsdabumsda]” Der Mann guckt fragend. Ich nehme einen Kugelschreiber und male ihm zwei Züge auf seinen Plan. Und Pfeile. Und kreise die Zielorte ein. Male ein Männchen, das von Zug zu Zug geht. Er lächelt, nickt. Wir fahren in St.Pölten ein, ein paar Passagiere machen sich zum Aussteigen bereit. Der Schaffner versucht noch herauszufinden, auf welches Gleis er den Mann schicken soll, da kommt gerade ein Mann vorbei, dem das gewünschte Ziel bekannt ist. „Der fahrt auf Gleis 11. Geh, i bring eam hi, i hob eh nu Zeit.”
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Viele Leute steigen ein, der Wagen füllt sich mit hauptsächlich Männern, wenig Gepäck, ich meine die Strapazen der letzten Wochen in den Gesichtern lesen zu können. Auf die Plätze jenseits des Ganges setzen sich zwei Männer, eine Frau und ein etwa dreijähriges Mädchen.
Ich würde dem kleinen Mädchen gerne etwas zur Ablenkung geben. Ein Pixibuch? Wir checken den Vorrat. Nichts davon ist ohne Worte verständlich. Und nichts unverfänglich („Ein Haus ist ein Zuhause” für jemanden, der keines mehr hat? Wie taktlos…) oder dem Kind bekannt. Ein Schwein als Held, geschenkt. Aber auf Schlittschuhen?
Das Mädchen schläft ein. Ich versuche Rakete weiter Antworten auf ihre Fragen zu geben. Schlittschuhfahrende Schweine nähme sie mir eher ab als diese Geschichten. Wie, einfach weggehen? Ohne Koffer, Auto, Schlafsack? Haben die wenigstens eine Zahnbürste dabei?
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Eine Österreicherin kommt zur Nachbarfamilie, will ihnen einen Geldschein geben. Sie erklärt auf Englisch, daß es ein Geschenk sei. Die Männer verstehen sie nicht, wehren ab, suchen den Haken. Die Spenderin erklärt weiter und weiter. Ich stehe auf und greife ein, im wahrsten Wortsinne. Nehme den Schein, die Hand des Mannes und schließe sie um den Schein. So hat mir meine Oma immer unmißverständlich Geld geschenkt. Dazu ein Lächeln. Ich ziehe mich zurück und schäme mich ein bißchen für meine Forschheit. Jetzt lächeln sich die Österreicherin und die beiden Männer an. Die Frau hat derweil die ganze Zeit aus dem Fenster geschaut. Was sie alles gesehen haben mag…
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In Linz stehen am Bahnsteig viele Jugendliche zwischen Türmen von Wasserflaschen. Als der Zug hält, stürmen sie durch die Wägen und drücken allen, die nicht aussehen wie alltägliche Reisende, Flaschen und Lunchpacks in die Hand. Sie rufen irgendetwas in einer fremden Sprache, es hat etwas überfallartiges. Die Flüchtlinge scheinen darüber nicht erstaunt. Der Vater des schlafenden Mädchens reicht Rakete lächelnd einen Müsliriegel. Sie zuckt zurück (vielleicht wegen der Zahnbürste – darüber denkt sie noch heute nach). Das tut mir so leid für den Mann, aber was soll ich tun? Ich habe ihr die letzten Stunden so viel zu erklären versucht, ich kann ihr nicht verdenken, daß ihr all das hier Angst macht. Ich habe keine Angst, aber verstehen tue ich es auch nicht.
Nur, daß all diese Flüchtlinge Menschen sind, das ist mir jetzt, ohne Mattscheibe zwischen uns, noch klarer als es ohnehin schon war.
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In Wels, dem letzten österreichischen Bahnhof, füllt sich der Zug bis zum letzten Stehplatz. In Passau holt die Polizei alle ohne Ausweis heraus. Keiner protestiert – keiner der Herausgeholten. Die „normal” Reisenden fordern mehr Höflichkeit. Den jüngeren Polizisten braucht das zum Glück keiner zu sagen.
Als die Flüchtlinge den Zug ruhig verlassen, räumt eine Passagierin alles Essbare aus ihrer Handtasche und reicht es den Aussteigenden: einen Apfel, eine Bäckertüte, ein Tütchen Bonbons.
Die Flüchtlinge sind nicht die einzigen hier, die Menschen sind.
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In Nürnberg angekommen, ist alles wie immer. Keine Wasserflaschenpyramiden auf den Bahnsteigen, keine Helfer, keine Warnwesten.
Wir warten auf die U-Bahn, dort gibt es Info-Monitore, auf denen hauptsächlich Werbung läuft, ab und zu ein paar Schlagzeilen. Platz für Hintergründe ist da nicht. Ich lese zwischen Sonnenstudiowerbung und einem Minicartoon: „Innenminister: Wie viele von ihnen sind IS-Kämpfer?”
Ich könnte kotzen darüber, daß irgendwo jemand sitzt und nur diesen einen Satz herausholt, um ihn den Unbeteiligten entgegenzuwerfen. Immer schön Angst machen, Hass schüren, Dummheit bedienen. Was Medien für eine Macht haben!
In meiner Tasche ein Müsliriegel. Diese Begegnungen vergesse ich nicht.


was leichtes zwischendurch

5.9.2015

Wir sind abends im örtlichen Biergarten verabredet, die Kinder wollen nachmittags schon los und nerven im Dreisekundenrhythmus, ich bestehe darauf, noch auf Papa zu warten. Plötzlich höre ich laute Laute aus dem Kinderzimmer („iiiiii-aaaaa”) und habe sonst auf einmal fünf Minuten Ruhe.
Dann kommt Rakete, sagt „Schuhe an, wir können gehen. Ich häng mal das Schild an die Tür, dann weiss Papa, wo er hinmuss.”
schansänbroi
DAS also ist ihre Motivation zum Schreibenlernen. Okay.


Scham, los! Hilf, los!

27.8.2015

Ach scheiße, was ist in diesem Land los? Wo Dummheit und Angst zusammenkommen, schießt Gewalt aus dem Boden und die Kanzlerin schweigt dazu. Ich könnte kotzen.

Ich schäme mich, weil das meine Landsleute sind, die da besoffen und bewaffnet in Asylbewerberunterkünfte eindringen, die Parolen skandieren und Turnhallen anzünden.

In unserem Kindergarten hängt ein Zettel, was im neu hergezauberten Asylbewerberheim gebraucht wird: Kinderwägen, Babyschalen, Babybadewannen. Ich hole den alten Buggy aus dem Keller, mache ihn halbwegs sauber und flicke ein Löchlein.

Ich schäme mich, weil er eigentlich am Ende ist und ich doch eigentlich auch einen neuen kaufen könnte. Ich packe ein paar unbenutzte Stofftiere in eine Tasche und habe ein schlechtes Gewissen, weil ich nur helfe mit Sachen, die mir nicht wehtun, die ich eh nicht mehr brauche.
Ich erinnere mich, irgendwo gelesen zu haben, daß Zahnbürsten immer gebraucht werden. Ich kaufe ein paar Doppelpacks für Erwachsene und welche für Kinder, dazu Zahncreme. Und Gummibärchen und Kekse, damit sich das Putzen auch lohnt.
Ich bringe alles in der neuen Unterkunft ein paar Straßen weiter vorbei und erkundige mich, wie ich wirklich helfen kann.

Buggy und Tüte und gebrauchte Klamotten, das sind doch nur Tropfen auf den heißen Stein und überhaupt das Mindeste, was jemand tun sollte, der so privilegiert ist wie ich – gesund, versorgt, aufgefangen. Umso schlimmer, daß schon das so viele nicht auf die Reihe kriegen.

So viele Gründe, sich zu schämen.
Daß ich mal kurz den Arsch hochgekriegt habe, macht die Scham nicht kleiner. Aber schon einmal ein kleines bißchen besser zu ertragen. Jetzt nur dranbleiben…


„Guck mal, ich kann mich total zurücknehmen!”

28.7.2015

Ich mag ja diese Muttiblogs nicht, auf denen ständig die tollsten selbstgemachten Sachen gezeigt werden: Mona-Lisa-Pausenbrote und zwölfstöckige Geburtstagstorten für Zweijährige und Flamencokleidchen aus alten Hermés-Tüchern.
Für mich sieht das immer aus wie „guck mal, was ich tolles kann” oder „guck mal, wie arg ich meine Kinder liebe”, also immer wie „guck mal, ich bin ja wohl mal die geilste Mutti der Welt, also her mit Euren Beifall-Kommentaren” (und gleichzeitig: „guck mal, was Du alles nicht auf die Reihe kriegst”).

Aber manchmal… ach, was soll’s.

Ich bin nämlich stolz wie Bolle.
Auf meine Tochter, die in ein paar Wochen in die Schule kommt. Und ja, auch auf mich. Nicht deshalb, weil ich ihre Schultüte genäht habe. Die ist laienhaft zusammengeschustert. Sondern weil ich es (weitestgehend) geschafft habe, ihr dabei die Gestaltungsfreiheit zu überlassen. Weil ich Ihr nur Vorschläge gemacht habe, ohne ihr reinzureden. Und meine Fresse, das fiel mir schwer. Wäre es nach mir gegangen, das Ding sähe jetzt ganz anders aus.
Aber es ist ja schließlich ihr großer Tag, und ich habe schon schlechtes Gewissen genug, weil z.B. alle ihre Freundinnen ihren Ranzen selbst aussuchen durften – und wir ihr einfach ohne Diskussion einen gebrauchten (von der Cousine) besorgt haben. Gleichzeitig bin ich über diesen Ranzen heilfroh, denn unser Kind trägt täglich keine rosa Glitzereinhörner im Gegenwert eines Kleinwagens Monatslebensmitteleinkaufs herum, und wenn diese Schultasche bei uns im Flur steht, dann droht auch niemandem Augenkrebs.

Jetzt also sollte sie wenigstens ihre Schultüte selbst bestimmen dürfen. Ich stellte sie vor die Wahl (und ehrlich, verdammt noch mal, ich habe das immer viel neutraler formuliert!): soll ich beim vom Kindergarten organisierten Gruppenbasteln mit den anderen Muttis eine kackhässliche Wellpappenachtecktüte mit einem kitschtriefenden Moosgummi-Mangamädchen bekleben, obendran fisseliges Krepppapier, das bei ersten Öffnen reisst und im Regen blutet? Oder möchtest Du nicht vielleicht lieber eine Schultüte aus Stoff, den Du Dir selbst aussuchen darfst, und wenn der Schulanfang vorbei ist, können wir sie mit Watte stopfen und Du hast ein Kuschelkissen, das Dich immer an Deinen Schulanfang erinnert? Hm? Na?
Sie war sich tatsächlich nicht sicher! Bis ich diesen Stoff entdeckte. Prinzessin! Schloss! Einhorn! Ausmalen! Ihre Entscheidung war gefallen, und sie war unumstösslich.

Blöd, wenn dann der einzige Händler in Deutschland selbst noch auf die Lieferung aus USA wartet… nach mehreren Wochen Raketenquengeln (gut, wir waren zwischendurch auch noch im Urlaub) fand ich doch noch eine andere Bezugsquelle. Püüh!

Dann holten wir die Stoffmalstifte raus und ich hielt mich sowas von zurück! Ich glaube ja an „weniger ist mehr” und hätte weit weniger eingefärbt, ich hätte das Schloss nicht komplett schwarz zugekleistert, die Prinzessin hätte bei mir farbige Schuhe, ich hätte, ach. Stattdessen habe ich mich danebengesetzt, „schön machst Du das” herausgequetscht und mich auf meine Finger gesetzt und auf die Zunge gebissen.
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Später zeigte ich ihr mögliche Stoffe für Spitze und oben und ich habe mich so zusammengerissen, keine Empfehlungen auszusprechen! Ich habe rosa und lila ohne Murren akzeptiert ohne Gender-Vorträge zu halten (aber ich gebe zu: ich habe nicht gesagt, daß ich auch Rüschen nähen kann). Schließlich durfte sie noch Litzen und Bänder aussuchen und bestimmen, wohin was soll. Genäht habe ich es dann, als sie schlief. Selten habe ich sie so schnell aus dem Bett hüpfen sehen wie heute morgen!
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Man kann also sagen: wir sind beide stolz.
Ich habe die erste Challenge geschafft. Jetzt muss ich noch üben, den Rand zu halten, wenn sie jemals selbst Klamotten kombiniert (das nämlich überlässt sie noch immer mir; auch deshalb jetzt mein Vorstoss zum Selberentscheidenlassen) und in zehn Jahren dann bin ich sowas von Zen, wenn sie ihren ersten Freund mitbringt, ach.
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Hortplatzmisere – ein offener Brief

15.4.2015

Sehr geehrte Politik, sehr geehrte Stadt, sehr geehrte Gesellschaft!

Unsere Tochter wird im Herbst sechs Jahre und kommt in die Schule. Je nach Stundenplan wird sie dort rechnerisch montags bis freitags von 8 bis 12:15 Uhr sein, mal eine Stunde länger, mal eine kürzer.
Derzeit besucht sie einen Kindergarten, den wir von 8 bis 16 Uhr gebucht haben (maximal wäre bis 17 Uhr möglich), ihr kleiner Bruder geht zeitgleich in die Krippe derselben Einrichtung, ab September dann dort in den Kindergarten.
Wir Eltern arbeiten beide und sind, weil beide selbstständig, halbwegs flexibel in unserer Zeiteinteilung – aber auf ca. 40 Stunden (bzw. ich mindestens 20-30) zu „normalen” Arbeitszeiten müssen wir dennoch kommen. Wir brauchen also eine Betreuung unseres Schulkindes, von 11:15 Uhr (dem frühesten Schulschluss) bis mindestens 14, besser 16 Uhr.

Im Grundschulsprengel gibt es mehrere Horte für Grundschulkinder, städtische und private. Die städtischen bewerten die Dringlichkeit eines Platzes mit einem Punktesystem: so zählt „beide Eltern arbeiten” einen Punkt, ebenso wie „Sprachförderung nötig” oder „schwierige Familienverhältnisse”. Insgesamt gibt es maximal neun Punkte – wir haben drei (beide arbeiten, wohnen im Sprengel, Kind ist Schulanfänger) und das reicht nicht für einen Platz. Offensichtlich sind, jedenfalls in unserem Stadtviertel, Hortplätze hauptsächlich da, um benachteiligten Kindern die gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Keine Frage, das ist eine wichtige Arbeit, die muss getan werden, und vermutlich noch weit mehr davon! Aber wie kann es sein, daß nach diesem Punktesystem ein nicht deutsch sprechender Elternteil zuhause ist, während sein Kind im Hort die Landessprache lernt – und eine Familie wie wir abends diskutiert, wer ab Herbst seinen Job aufgibt?
Ja, das mag polemisch klingen, aber es ist unsere Realität: hier sind Horte gar nicht da, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Hier sind sie da, um zu verhindern, dass sich Parallelgesellschaften bilden.

Bei den privaten Horten sieht es nicht anders aus: alles voll, keine Chance, wir haben sowenige Plätze. Die Mittagsbetreuung in der Schule (Betreuung bis 14:30, kein Mittagessen, keine Hausaufgabenbetreuung – nur „Verwahrung”) ist ebenfalls hoffnungslos voll und macht keine Hoffnungen.

Ein einziger privater Hort hätte tatsächlich einen Platz; ich versuche es kurz zu machen. Die machen da sicher einen super Job, sind unheimlich engagiert (wir kennen da eine Pädagogin persönlich) und reißen sich den Arsch auf für Ihre Kinder. Gehen mit ihnen schwimmen und fahrradfahren, machen Ausflüge und kochen mit ihnen. Leider kostet ein Platz dort nicht 80€ im Monat wie ein städtischer Hort sondern ab 280€ aufwärts – zuzüglich Essensgeld. Auf meine großen Augen kam folgender Dialog: „Ja, das klingt viel. Aber das zahlt ja das Jugendamt.” – „Äh, nein, das glaube ich nicht. Beziehungsweise würden wir das gar nicht erst versuchen (weil wir Deppen denken, Förderung ist für Benachteiligte – und uns bislang für „normal” hielten – aber das ist eine andere Sache und für die nächste Tirade reserviert)…” – „Ach so? Tja, Selbstzahler haben wir hier eher selten.”
Das Geld ist die eine Sache, warum dieser Hort für uns nicht unbedingt die Lösung unseres Problems ist. Wichtiger für uns ist: wegen des „pädagogischen Auftrags” (Teilhabe und so…) wird ein „Verbleib” des Kindes bis mindestens 17 Uhr gewünscht – „sonst können wir unsere Aktivitäten wie Schwimmkurs usw. nicht machen”. Das ist verständlich. Allerdings: Schwimmkurs usw. macht der Hort, um den Kindern etwas zu ermöglichen, das ihre Familien ihnen nicht geben. Das trifft auf unser Kind nicht zu. Unser Kind ist, hart gesagt, hier nicht Zielgruppe. Und ich würde gerne wenigstens den späten Nachmittag noch mit meinem Kind verbringen…

Theoretisch gibt es noch die Möglichkeit, auch Grundschulkinder bei Tagesmüttern unterzubringen. Ergebnis nach den Telefonaten bei den zwei örtlichen Vermittlungsstellen: es gäbe evtl. eine Tagesmutter, allerdings nicht annähernd in Schul- oder Wohnungsnähe (jedenfalls nicht zu Fuß oder Fahrrad) – und eine im Einzugsgebiet – „die spricht allerdings kaum Deutsch. Also eher keines.”
(Statt langer Worte stellen Sie sich hier bitte vor: das Bild eines sehr, sehr weit offenen Mundes.)

Und dann gibt es noch die von der Stadt eingerichtete Beratungsstelle für die Hortplatzsuche. Als ich dort anrief, entspann sich sinngemäss folgender Dialog: „Guten Tag, wir haben keinen Hortplatz. [Details zu Schule, Wohnort, unternommenen Anstrengungen…] – Wie sieht es aus mit städtischen Zentralhorten oder ähnlichem?” – „Ganz schlecht. Ich kann Ihnen keine Hoffnungen machen. Haben Sie denn schon [U, V, W] probiert?” – „Ja. Auch [X, Y und Z]. Aber offensichtlich sind hier Horte gar nicht für arbeitende Eltern gedacht, sondern um gesellschaftliche Arbeit zu leisten.” – „Das mag stimmen und tut mir auch leid. Aber diese Erwartungshaltung an die Stadt ist doch auch egoistisch! Ich kann Ihnen nur raten: versuchen Sie, selbst eine Lösung zu finden. Sie können das ja! [meinte: „Im Gegensatz zu gesellschaftlich/sozial/sprachlich benachteiligten Familien”, ohne das so auszusprechen]”
- (Siehe oben: sehr, sehr, sehr, sehr weit offener Mund. Maulsperre Dreck dagegen.) „Sicher, das überlegen wir auch: drei andere Eltern mit ähnlichen Vorstellungen finden, und dann nimmt jeden Wochentag ein anderer die vier Kinder mitnachhause. Und Freitags ist frei. Klar, das ist die allerletzte Möglichkeit – aber die können wir ja erst im September anleiern, wenn die Klassen feststehen und man die Eltern kennenlernt…” – „Ja, entweder so oder Sie suchen sich eine pensionierte Lehrerin, die das für die dreivierfünf Kinder macht. Da findet sich schon eine Lösung! Kopf hoch!”
Die gute Frau wollte mir wirklich Mut machen, sie klang sym- und empathisch, aber ich bin entsetzt: müssen wir wirklich selbst noch eine Betreuung auf die Beine stellen, nur weil wir es können?!

Bitte erklären Sie mir das. Erklären Sie mir, warum nicht schon bei der Krippenplatzoffensive jemand daran gedacht hat, daß die Kinder älter werden und die Berufssituation der Eltern und damit der Betreuungsbedarf bleibt (im Idealfall. Achtung, Ironie: wenn der Job flöten geht, bekommt man ja dann doch einen Hortplatz – aus Härtefallgründen…)
Erklären Sie mir, wie wir Eltern in unserer Situation ab Herbst planen sollen – und erzählen Sie mir nicht, wir sollten doch einfach umziehen, weil wir es können.

Ganz ehrlich: nicht wir können. Sie können. Uns kreuzweise.


„Das ist doch kein Beinbruch – das ist nur Grundschule.” Gedanken zur Einschulung, Teil 2: unsere Möglichkeiten.

22.3.2015

Rakete kommt also im September in die Grundschule. Sagt der Brief auf dem Küchentisch, und der Schularzt wird sicher dasselbe sagen, wenn er sie denn irgendwann vor September untersucht haben wird. Wir Eltern sagen das sowieso.

Wir Eltern sagen auch: och komm, mach mal normal. Nix Montessori, nix Waldorf, nix Jenaplan, erstens aus Prinzip (wir sind auch mit staatlichen Schulen anständige Menschen geworden), zweitens wegen der dort befürchteten Eltern und drittens ist das alles zum Glück eh viel zu weit weg, um überhaupt in die nähere (!) Auswahl zu kommen. In unserer Welt wollen Kinder nach der Schule einander zum Spielen besuchen kommen und in unserer Welt ist der Schulweg, jedenfalls in der Grundschule, zu Fuß.
Bleiben, in nahezu gleicher Laufnähe: die städtische Sprengelschule, die städtische Sprengelschule für den Sprengel eine Straße weiter und eine kirchliche Gesamtschule mit integrierter Grundschule. Erstere und letztere haben wir uns zum jeweiligen Informationstag angesehen.

Die kirchliche Gesamtschule hat auf mich einen hervorragenden Eindruck gemacht – ein tolles Schulklima (durch verschiedene uns bekannte dort untergebrachte Kinder bestätigt), ein modernes Konzept (erste und zweite Klasse werden gemeinsam unterrichtet), engagierte LehrerInnen und das alles in nicht den modernsten, aber sauberen und großzügigen Räumen, voller pädagogischer Materialien. Eine anregende Lernumgebung. Nicht verwunderlich: die Schule hat einen sehr guten, vielleicht ein wenig elitären Ruf. Die Kindernamen auf der Dienstetafel hatte ich alle schon einmal gehört, gut drei Viertel davon hätte ich auch selbst vergeben. Bei der Anmeldung sollte Rakete ein Bild malen und ihren Namen dazu schreiben. Keine Frage, ob sie das schon kann (kann sie).

Engagiert wirkten die LehrerInnen unserer Sprengelschule ganz sicher auch, vielleicht sind sie es sogar noch mehr. Das weiß man ja immer erst hinterher. Aber im Eingang der – wunderschönen alten (man könnte „Emil und die Detektive” darin drehen) – Schule sitzt ein Sicherheitsmann. Äh?! Die Schule beherbergt auch ein Förderzentrum (früher: „Sonderschule”), der Platz ist beengt (aber hoch! Altbau!) und das Mobiliar weit über seinem Zenit. Man ist stolz auf einen Computerraum, aber die übrigen Materialien wirken armselig.
Die Tränen kamen mir, als der Rektor erzählt, die Schule bekommt von Sternstunden täglich für jede Klasse einen großen Frühstückskorb – „weil viele Kinder zuhause kein Frühstück bekommen”.
Die Lehrerinnen baten uns Eltern, mit den Kindern bis zum Schulanfang zu üben: aufpassen, wenn die Lehrerin redet. Nicht reinreden. Warten, bis man dran ist. „Den Namen schreiben braucht keiner können (s.o.: an der anderen Schule wurde das vorausgesetzt, schon ein halbes Jahr vor der Einschulung!), aber bitte sorgen Sie dafür, daß Ihr Kind seinen Namen kennt. Den, der in den Papieren steht.” Das sei kein Witz – immer wieder gebe es Kinder, die zuhause anders genannt werden und auf den offiziellen Namen nicht hören. „Das macht halt alles ein wenig schwierig…” An der Wand hingen die Namen der Kinder aus diesem Klassenzimmer. Zwei von 24 hätte ich fehlerfrei schreiben können.
Ach, und: „Bitte sorgen Sie dafür, daß Ihr Kind regelmässig in den Kindergarten geht. Und in den Deutsch-Förderkurs.” Sinngemäss kam danach: „Es reicht, wenn pro Klasse fünf Kinder kein Deutsch sprechen”.
Die Lehrerinnen gaben noch Tips zum Schulranzen und zur Schultüte (voll mit Gummibärchen ist zu schwer! Z.B. ein kleines Spiel/Malbuch/Spielzeug füllt und ist leicht… und die Spitze kann man mit Zeitungspapier füllen!) und baten uns Eltern zum Abschluss noch, bitte dringend zu beachten: „Bildschirmzeit pro Tag maximal 30 Minuten!”.
Da begann ein Vater, der mir bis dahin eigentlich noch recht sympathisch war, zu diskutieren: „Äh, Moment, eine halbe Stunde, das ist doch unrealistisch, das wissen Sie doch selbst! Nach einer halben Stunde ist doch gerade mal eine Folge Sponge Bob rum, da kriegt doch niemand sein Kind vom Fernseher weg!” Die Lehrerinnen argumentierten mit Synapsenbildung, Lerntheorien, Motorik und beharrten auf ihrer Forderung. Der Vater blieb bei seiner Meinung, meinte dann aber versöhnlich „Ach, aber in den 30 Minuten ist dann ja bestimmt nicht der Computer mit drin. Da gibt es ja schöne Vorschulprogramme, da mache ich selbst gerne mit.” Die Lehrerinnen setzten wieder an, ich entschuldigte mich und ging. Ich wäre sonst geplatzt.

Ganz unabhängig von den zu erwartenden Eltern (die an der kirchlichen Schule sicher nicht weniger unglaubliche Geschichten hergäben) haben wir auf der Basis aller Eindrücke versucht, zu entscheiden, welcher der beiden Schulen die bessere für unsere Rakete sei.
Die kirchliche wäre quasi die Fortführung von Raketes Kindergarten: Familien, die halbwegs ähnlich ticken wie wir; Förderung individueller Talente; das Konzept mit der 1/2-Klasse käme Rakete sehr entgegen. Ganz davon abgesehen kennt Rakete dort schon einige Kinder bereits aus dem Kindergarten.
In der Sprengelschule dagegen müsste Rakete sich nicht nur an die neue Situation „Schule” gewöhnen, sondern auch einen ganz anderen Wind. Und das allein, denn ihre Kindergartenfreunde gehen entweder an diverse private Schulen oder die andere Sprengelschule, für die wir 50m falsch wohnen.

Unsere Entscheidung ist klar, aber leider liegt sie nicht bei uns. Die kirchliche Schule hat mehr Anmeldungen als Plätze. Die werden angeblich verlost.

Ich mache es kurz: Rakete ist nicht gelost worden. Insgeheim befürchte ich, daß ich es beim Anmeldegespräch versaut habe, aber jetzt ist ohnehin nichts mehr zu machen. Ganz ehrlich: ich komme mir vor wie eine Versagerin, weil ich es nicht geschafft habe, meinem Kind die für es bessere Alternative zu ermöglichen.

Diese Woche war die offizielle Anmeldung in der Sprengelschule. Mehr dazu das nächste Mal. Kein Witz am Ende.


7 Fakten über mich – ein Blockstöckchen. Hurra.

21.1.2015

Ich bin ja nicht mehr so drin in dieser Blogosphäre – umso erstaunlicher, daß ich
a) überhaupt mitbekommen habe, daß es tatsächlich noch Stöckchen gibt!
und
b) ich sogar eines zugeworfen bekommen habe, nämlich von Herrn shhhhh.

Danke, ich freu’ mich wahnsinnig. Nicht. Wobei, andererseits, das ist vielleicht DIE Möglichkeit, mal die ganzen angefangenen Blogpost-Ideen zu verwursten. Ordnung durch Ausformulieren. Auf geht’s!

Die Spielregeln:
Verlinke die Person, die dich nominiert hat und bedanke Dich (oder verfluche sie dafür)
Liste die Spielregeln auf
Nenne 7 Fakten über dich
Nominiere 7 weitere Blogs

Fakt Nr.1:
Ich glaube, ich hatte tatsächlich ein Leben vor den Kindern. Alte tagebuchartige Textdateien auf meinem Rechner künden davon. Es gibt sogar noch Beweise in diesem Internet. Ein Glück, nicht weil sie gut wären, sondern weil sie da sind, die Beweise.

Fakt Nr.2:
Trotzdem geht es hier ja wirklich fast nur noch um Rotze, Kotze, Pipi, Kacka und Kindermund. Schade eigentlich. Trauriger Fakt.

Fakt Nr.3:
Dürfte ich allen Kinderlosen, aber -willigen dieser Welt den grössten Irrtum übers Kinderhaben mitteilen, ich würde lauthals brüllen: „Alle sagen immer, irgendwie schaffe man das dann schon alles. Klar, es sei anstrengend, aber eben nicht immer. Wenn das Kind einmal lächelt, bekäme man alles zurück. Das ist Bullshit! Es gibt nämlich nichts anstrengenderes, frustrierenderes, nervigeres als die Matratze eines Hochbetts neu zu beziehen. Überlegt Euch das mit den Kindern gut. Oder wenigstens das mit den Möbeln.”

Fakt Nr.4:
Ich kann nicht anders, ich muß noch einen Ratschlag loswerden. Schon alleine, um ihn selbst zu verinnerlichen.
Dieses Good-Cop-Bad-Cop-Ding in der Erziehung (du schimpfst, korrigierst und überkonsequenzt die Kinder immer, während der Papa ihnen Gummibärchen und das Handy zum spielen gibt) macht keinen Spaß. Geh’ auch mal einfach mit ihnen in den Playmobil Funpark statt nachhaltigen Dinkelstrudel mit ihnen zu backen frustriert die verwüstete Küche zu schrubben und Ungenießbares im Biomüll (wenigstens bio!) zu entsorgen. Let’s be good cops altogether!

Fakt Nr.5:
Ab jetzt geht’s wieder mit mir (und zwar nicht als Mutter) weiter: im Oktober noch lebte ich in einer anderen Welt. Dann kaufte ich mir doch ein Smartphone. Es ist unfaßbar und erschreckend: da könnte ich mit Augenbewegung scrollen, durch Wegkucken ein Video anhalten oder einen Kontakt dadurch anrufen, daß ich das Handy ans Ohr halte. Diese Technik macht mir Angst.
Was ich jedoch super finde: die Spracherkennung. Nur die Dialoge… ich weiß nicht. Antwortet da nicht vielleicht doch ein Samsung-Hotline-Mitarbeiter via Datenleitung?
Screenshot Galaxy

Fakt Nr.6:
Apropos Callcenter: ich werde nicht unbedingt lethargisch, wenn mich etwas ärgert. Meine Fresse nochmal, echt nicht. (Vielleicht, verdammte Axt nochmal, sollte ich doch mal daran arbeiten und die Sprachwahl umtrainieren! Auch wenn die anderen Straßenverkehrsteilnehmer bekloppt sind – es ist mir ja dann doch peinlich, wenn Risiko in der Kita beim Bobbycarfahren „Wixnase, bissi vorfahren!” ruft.) Jedenfalls hing ich letztens wegen irgendwas* in einer Warteschleife, in der schon mal die Kundendaten abgefragt wurden. Nach dem dritten maschinellen „ich habe Sie leider nicht verstanden. Bitte wiederholen Sie die Eingabe!” platzte mir der Kragen und ich wurde laut, vielleicht sogar ein wenig unflätig. Woraufhin die Computerstimme antwortete: „So kommen wir nicht weiter. Bitte beruhigen Sie sich. Am besten, wir beginnen noch einmal von vorne.” Ungelogen!

*Jetzt fällt’s mir ein: es ging um die Portierung meiner alten Handynummer aufs neue Smartphone. Womit sich der Kreis schließt: das Telefonat ging vom Smartphone ab. Kein Wunder, daß mir dort jetzt der Gleiche antwortet!
Das mit der Liebe habe ich übrigens noch zurückgenommen, der NSA-Fuzzi soll sich bloss nix einbilden. Er hat getan, als hätt’ er’s nicht verstanden:
Screenshot Galaxy

Fakt Nr.7:
Man nennt mich auch Paranoiawoman. Ich weiß gar nicht, warum.
(Aber doch, das ist eigentlich schon ein schöner Beweis für mein früheres Leben. Ich bin ein bißchen stolz. Ich habe sogar mal auf Mütter geschimpft! Mit fettem Grinsen ab.)

Und das Stöckchen nimmt sich, wer will. Ich hab’s ja nicht so mit Zwang.


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