Last-Minute-Kostüm für Faule

15.1.2017

Aus der Reihe „Au weia, schon wieder Fasching/Halloween/Verkleidungsgeburtstag?!” (weitere Folgen hier oder hier) heute: Supermännchen.

Man nehme:
1 Strumpfhose
1 Unterhose für drüber (der Bagger drauf stört gar nicht, sagt Supermännchen)
1 Umhang (hier aus einem alten Fakeseidenschal)
1 T-Shirt mit Logo (hier: Schlafanzugoberteil), notfalls eines aufkleben/aufmalen/hinzaubern
Rote Socken machen es noch echter – nicht im Bild.

Zurücklehnen. Fertig.

(Rote STOPPERSocken. Sonst Pflaster bereithalten – der Umhang muss ja fliegen.)


Wendetasche Hildegard

7.8.2016

Meine Oma wurde 1919 geboren und mit 15 Jahren in eine Schneiderlehre geschickt. Im Krieg hat sie geheiratet und dann 5 Kinder bekommen und großgezogen. Die wenigsten Klamotten wurden gekauft. Sie saß noch mit 90 Jahren an ihrer alten Singer-Nähmaschine und nähte mit Fußantrieb Puppenkleidchen und Kissen. Eines davon halte ich trotz schlechter Stoffqualität sehr in Ehren: man sieht noch die Kugelschreiberstriche, wo sie mit den Herdflächendeckeln Kreise zum Ausschneiden markierte. Sie selbst sah die Markierungen leider nicht mehr gut genug, um sie beim Nähen verschwinden zu lassen…

Eines Tages kam ich spontan wegen eines Staus auf der Autobahn mit einer fremden jungen Frau bei ihr vorbei. Wir waren beide wohl Anfang Zwanzig, ich hatte sie mit der Mitfahrzentrale mitgenommen und ein Stau in Höhe des Wohnorts meiner Oma machte einen Zwischenstop erforderlich. Meine Oma tischte Kuchen und Kaffee auf und die andere Studentin wollte höflich sein, suchte ein Gesprächsthema und machte meiner Oma ein Kompliment für die aussergewöhnliche Einkaufstasche, die an einem Stuhl hing.

Jetzt blühte meine Oma auf: die Über-80jährige nahm die kastige Tasche aus schwarzem Cord, aus deren inneren es knallbunt blitzte, und schmetterte in breitestem Unterfränkisch eine kabarettreife Geschichte aus dem Kittelschürzenärmel.

Hochdeutsch ging die ungefähr so: „Ach Mädels, Ihr seid ja noch jung. Aber kommt Ihr erstmal in mein Alter! Da sieht die Welt ganz anders aus. In meinem Alter muss man ja fast täglich auf den Friedhof, alle sterben sie weg, die man kannte, da muss ich natürlich zur Beerdigung. Und wenn man wie ich so weit zum Friedhof hat, dann überlegt man schon zweimal, ob man extra dafür in den Ort geht oder das nicht gleich mit dem Einkauf verbindet. Und manchmal muss ich sogar auf zwei Beerdigungen am Tag! Da geh ich dazwischen einfach zur Bärbel und nehm’ die Wurst dann auf dem Rückweg mit.
Aber natürlich kann ich nicht mit einer bunten Einkaufstasche auf den Friedhof, wie sieht das denn aus! Deswegen hab ich mir die Tasche hier genäht, die ist bunt”, geschickt wendet sie die Tasche und auf einmal ist es ein Pariser Rüschenmodell mit wildestem Blumenmuster, „damit kann ich gut einkaufen gehen. Und vorm Friedhof ist eine Bank, da setz’ ich mich vor und nach der Beerdigung hin und packe aus, wende und packe wieder ein. Weil mit einer schwarzen Einkaufstasche – da seh’ ich ja aus wie eine alte Frau.”
Wir waren beide fast sprachlos vor Begeisterung. Was für eine großartige Geschichte zu einer wunderbaren Idee! Meine Oma hatte, weil sie zu eitel für eine schwarze und zu pietätvoll für eine bunte war, die Wendetasche erfunden!

Ich denke oft an diesen Nachmittag zurück, wenn ich abends an meiner Nähmaschine sitze und Entspannung finde im Stoffgefummel.
Ich habe in den letzten Jahren soviele Stoffe gesammelt, die müssen wieder unter die Leute. Selbst habe ich mittlerweile genügend Taschen für alle Gelegenheiten und auch die Bekannten sind versorgt. Jetzt will ich doch einmal sehen, ob noch wer welche haben möchte.

Schnitt, Muster und Farben haben kaum etwas mit der Tasche meiner Oma gemeinsam. Aber wenden kann man sie. Und deswegen heißt meine Tasche Hildegard. Da passen locker ein paar Flaschen Sekt rein. Auf Dich, Omi!


Haushaltshilfe

20.12.2015

„stilhäschen, wozu noch mal brauchst Du dauernd meinen Schneidplotter?”

„Der hilft mir so wunderbar im Haushalt, Schatz.”
Vorhin
Und es funktioniert sogar!
Staub zu Staub
[Demnächst wieder Nachwuchs hier oben rechts im Stickershop. Oder einfach per Mail anfragen…]


besser spät als nie: die Ziehung

9.12.2015

So, es war ein bisschen stressig im Häschenhause. Ich musste erst eine Lostrommel aus glücklich gewachsenem Chiasamenholz (selbst nachhaltig und ökologisch angebaut) bauen (Werkzeug natürlich mit dem Liegerad bei manufactum geholt), und dann noch eben einen Kalligraphiekurs machen, damit die Pingpongbälle mit den Nummern auch nach etwas aussehen. Dann haben sich hier alle in Schale geschmissen, ein paar Lieder geträllert und feierlich die Gewinner der beiden CDs gezogen.
Echt blöd, daß das mit dem Livestream nicht geklappt hat. Und Film ist auch keiner mehr in der Kamera. Tut mir leid. Nächstes Mal.

Die Gewinner (Herr shhhh und Tanja) kriegen noch eine Mail. Ich sage Danke an jede/n einzelne/n Mitleser/in. Es freut mich, daß ich das hier nicht nur für mich mache…
Für alle Nicht-Gewinner gilt: auch wenn man das Album kauft, hat man gewonnen. Echt jetzt.


Lieblingssstück: die Kinder-CD, die niemals nervt – mit Verlosung!

27.11.2015

Ich weiß, das ist eigentlich ein unhaltbares Versprechen. Aber wenn’s doch wahr ist!
Zugegeben, man muss es schon mögen, das Wortgespiele. Und wenn man Willy Astor schon einmal gehört hat, ahnt man vielleicht, was einen erwartet: ein Feuerwerk von Wortwitzen, gepaart mit (jedenfalls in meinen Ohren) erstaunlich vielseitiger Musik.
Auf der CD dem Album „Kindischer Ozean – Lauschliedergeschichten aus dem Einfallsreich” wird erzählt, wie die Familie Bröselböck in den Urlaub fährt und dabei so einiges erlebt. Die Geschichte ist hanebüchen und hangelt sich eigentlich nur von Song zu Song, das aber extrem unterhaltsam. Und die 20 Songs sind jeder für sich ein kleiner Kracher mit Ohrwurmgarantie. Hier findet sich Country, Musikantenstadel, Schlager und Blues, und neben Willy Astor spielen einige bekannte Musiker mit, z.B. Max Mutzke, Otto oder Günther Sigl von der Spider Murphy Gang. Und natürlich Mary Roos, die die laszive Kitzelqualle gibt. Ach, es ist ein einziger großer Spaß für Klein UND Groß!

Wer jemals „Conny”-, „Bibi und Tina” oder gar „Filly”-Hörspiele erdulden musste, für den ist der kindische Ozean Balsam fürs Gehirn. Und ich verspreche: selbst beim vierundvierzigsten Hören entdeckt man nochmal ein kleines Detail oder kapiert ein weiteres Wortspiel.

Man merkt es vielleicht: ich bin begeistert von dem Ding. Erst heute wieder wird es uns einige Kilometer Autobahn erträglicher machen.
Und weil ich möchte, daß mehr Eltern Spaß an den Dingen haben, bei denen es ihren Kindern die Bäuche schüttelt, habe ich einfach mal die Plattenfirma angeschrieben, die zwei CDs (ja, da bin ich oldschool) zum Verlosen hat springen lassen. Sonst bekomme ich nichts für die Werbung, ehrlich. Ich hätt’s ja eh gemacht. Weil, hab’ ichs schon gesagt? Das Ding ist Gold wert. Und übrigens geeignet ab drei Jahren, würde ich sagen. Ohne Obergrenze. Sogar Oma fand’s gut (und das ist ja quasi die Höchststufe von Lob).

alle anderen können in die Tonne!
Und ich will nicht einmal Likes sammeln oder Links oder Blogrollplätze! Ich verlose einfach nur unter allen Kommentatoren dieses Posts zweimal eine originalverpackte CD – Kommentierschluss ist der 6.Dezember um 12 Uhr mittags. Rechts- und Linksverdrehung ausgeschlossen. Ich freu mich sogar schon für Euch!

(Booah, watt Karma.)


Wunschlos unglücklich

27.11.2015

Till Räther hat letztes Jahr in der Mom das Dilemma fantastisch auf den Punkt gebracht: wir haben doch alles. Wir haben das Wünschen verlernt – wir Großen kaufen uns alles und die Kleinen haben doch eh schon alles.

Aus gegebenem Anlass – der Kalender zeigt, daß auch dieses Jahr wieder dieses Konsumevent droht – sei also nochmal allen dieser Text ans Herz gelegt. Den Ratschlag finde ich auch prima: schenkt etwas, daß Euch allen gemeinsam den Heiligabend verschönert.
Oder die lange Autofahrt zur Oma am nächsten Tag. Ein Vorschlag dafür gleich hier (den Link oben wollte ich nur unbedingt weitergeben, hab’ ihn dann aber nicht annähernd sinnvoll in den nächsten Post bekommen).


Lieblingsstück: die neue Ausmaltapete.

23.10.2015

In letzter Zeit geht mir Konsum so dermaßen auf den Senkel, die Reizüberflutung auf allen Kanälen macht mich fertig. Das soll ich kaufen und dies hier und überhaupt das allerbeste ist biofreilandglücklichsoja. Der Wocheneinkauf wird zum Höllentrip, die Fußgängerzone meide ich eh schon lange. Erstaunlicherweise geht das Geld trotzdem weg wie nix…

Immerhin – ein Gutes hat dieses Gefühl, sich hauptsächlich zwischen Mist entscheiden zu müssen: ich schätze die raren Diamanten mehr. Weil ich mich an ein paar Dingen tatsächlich täglich freue, möchte ich Euch heute einmal meinen aktuellen Lieblingsfund vorstellen. (Vielleicht wird ja sogar eine kleine Reihe draus – aber ich verspreche nix. Ich muss doch an die Filzer…) Ganz ohne Sponsoring und Gegenleistung irgendwelcher Hersteller/Händler/Großkonzerne, einfach weil ich finde, daß mehr Leute diese Sachen lieben sollen. Die Welt wäre eine bessere.

Und so präsentiere ich heute stolz unsere neue Ecke im Flur, die bislang ein Schränkchen beherbergte, das woanders so viel besser hinpasst. Jetzt ist wieder Platz für trölfzig neue Jacken.

garderobe

Und das beste: die Kinder sind mit einer Handvoll Filzern ein paar Tage verräumt. Ich muss nur die Jacken vorher abnehmen.
doodle

Diese fantastische Tapete kommt innerhalb weniger Tage zuverlässig aus England. Der Preis relativiert sich schnell: da sind 10m drauf – das macht sogar bei Altbau-Raumhöhe mindestens dreimal 52cm nebeneinander (je nach Rapport).
Und wem das Muster zu verwirrend ist: Der Künstler Jon Burgerman hat auch noch eine weitere großartige Ausmaltapete im Angebot. Jetzt gibt’s aber keine Gegenargumente mehr! Rübersurfen, kaufen, tapezieren, malen, stolzsein wie Bolle!


Der große Bereit-für-Kinder?-Test

15.8.2015

Sehen immer so idyllisch aus, die Pärchen mit Kinderwagen, ne? Die strahlenden Mütter, die stolzen Väter, eisverschmierte Grinsekinder an den Händen, hüpfend im Park, sich gegenseitig Toffifee in die Münder werfend. Da kann man als Kinderloser schon neidisch werden und sich fragen, ob das dritte Cabrio wirklich die Leere füllt…

Pssst, ich verrat’ Euch was: das soll man auch. Das Fragen. Die Strahleeltern machen das nämlich extra – Werbung für Kinder. Renten sicher machen und so. Und ausserdem wollen die nicht alleine sein mit den anderen 23 Stunden des Tages, die nicht so harmonisch laufen („Aus ROTEN Bechern trinke ich nicht!”, „Mama, ich muss kotz…uärggs”, „Papa, Lisa hat in mein Puppenhaus gekackt!”).

Wenn Sie also so weit sind, über Kinder nachzudenken: es gibt einen einfachen Trick, festzustellen, ob Sie wirklich bereit sind.

Was ein Baby tatsächlich für Anfänger ziemlich gut simuliert – will auch in einer Tour irgendwas, oben was rein oder unten was raus und gefühlt übersteigt die Anzahl der Forderungen die der Belohnungen ums tausendfache: kaufen Sie sich erstmal einen Kaffeevollautomaten.
Wenn Sie dann immer noch ein Kind wollen, hilft der schon mal immens gegen den jahrelangen Schlafentzug.

Für den überlege ich noch an einer realistischen Simulation. Bleiben Sie dran. Oder machen Sie einfach schonmal Kinder. Wir sehen uns dann im Park. Vergessen Sie die Toffifees nicht.


wo Digital ein Ende hat

4.12.2014

Es ist Winter, aber unser Kind wird selbstständig und wir leben im Altbau.
Erfahrene Eltern erkennen sofort das Problem: das Kind könnte endlich, endlich nach dem Abendessen selbst händewaschen gehen – allein, es kommt nicht an den Lichtschalter ran.
Albern, wenn man nur deswegen jetzt immernoch selbst mitmuss (Rakete ist leider schon selbstständig. Sie weigert sich, derlei Handlangerdienste zu erledigen)…

Der Mann sieht, wie wenig fehlt, sucht kurz und poltert schließlich: „Warum, zefix, haben wir kein Telefonbuch mehr? Und auch keinen Brockhaus? Da hilft die Wikipedia mal null, die kann man nicht drunterlegen!”
- „Wir haben echte Bücher, lieber Möhrchenprinz.” – „Ach ja, stimmt.”

Ich liebe diese neuen, in der ganzen Wohnung verteilten Accessoires. Die machen so einen schlanken gebildeten Fuß.
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Solange Rakete seine Hände und Bücher rauslässt aus den Stapeln.
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technischer Rückstand: gefühlt fast schon uneinholbar

23.10.2014

Ich war mal, technisch gesehen, Early Adopter. Ich hab’ schon im letzten Jahrtausend ins Internet geschrieben, dieses Blog gibt es seit über acht Jahren. Noch vor den meisten meiner Bekannten und Freunde hatte ich Walkman, Discman, Handy, Autoradio mit Freisprecheinrichtung, iPod, Tablet, das damals kleinste Smartphone der Welt…
Ich bin da nicht stolz drauf, aber so war das mal.

Tablet- und Telefonkauf sind drei Jahre her, seitdem bin ich technisch stehengeblieben. Die technische Entwicklung seither dauerte gefühlte 20 Jahre – um mich rum steuern alle ihre Rolläden per iPhone, vergleichen Preise im Laden, navigieren ihre Füße per Satellit.

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Mein Handy hat zwar schon Touchscreen und kann ins Internet, aber ich telefoniere nur damit. Ich habe keine mobile Datenflat und vermisse sie kein Stück. Ich habe keine Apps. Dafür habe ich mir sagen lassen, eine Woche Akkulaufzeit sei eigentlich nicht möglich. Für ein Telefon? Ich bitte Euch!
Mein Rechner ist von 2008 und tut alles, was er soll. Das Internet fasziniert mich immer noch, aber ich bin froh, daß es mich nur zuhause zum Stöbern verführt. Auch noch unterwegs diese Möglichkeit zu haben, wäre mir schlicht zu viel.
(Ach, natürlich, ich bin noch für einen weiteren Lacher gut: der Rechner läuft mit, Achtung! Windows98XP.)
Mein Tablet nutze ich fürs Surfen auf dem Sofa und um mal über die Mediathek den Tatort nachzusehen. Apps gibt es dafür nicht, das Betriebssystem gibt es nicht mehr. Ich weiß nicht mal, was ich dadurch verpassen soll.
Ich habe einen iPod der zweiten Generation und bin abgesehen vom Akku damit hochzufrieden. Dass ich nahezu monatlich iTunes aktualisieren soll, nervt mich aber mehr als das wöchentliche Laden.
(Den nehme ich für abendliche Hörspiele. Musik höre ich von CD – oder Kassette/Vinyl. Tatsache. Ich hab’ mir noch nie ein MP3 gekauft.)
Ich kann Kartenlesen und habe im Auto (ohne Klimaanlage, ja.) einen dicken Atlas und einen Stadtplan. Ich hatte noch nie einen Navi unterm Finger.
Auf meinem Nachttisch liegen echte Bücher. Die kann ich verleihen oder liegenlassen, ich kann Eselsohren reinmachen und Seiten rausreissen, wenn ich möchte. (Oder, ehrlich: der Möhrchenprinz kann damit das fehlende Bein vom Bett – nicht fragen! – ersetzen.)
Auf unserem Fernseher kann man zwar kaum mehr Fußball sehen (offensichtlich kann er HD-Signale nicht verarbeiten – kleine Zahlen sind auch mit Fernglas unlesbar) und beim Tatort fehlt meist die halbe Handlung (weil als Mitteilungen auf Telefonen für alle anderen zu lesen), aber in Hefeteigmachen ist er unschlagbar.

Nein, auch wenn das anders klingen mag: ich bin nicht mal stolz auf meinen technischen Anachronismus. Ich fühle mich damit niemandem überlegen, ich will hier nicht ins Manufactum-Horn stoßen.
Es ist tatsächlich so: ich BRAUCHE den ganzen Kram nicht. Und ich will nichts wegwerfen, was noch einwandfrei funktioniert.
Ich will meine Zeit analog verbringen statt dauernd technische Updates zu fahren. Will meine Fingerspitzen lieber über Papier, Haut, Stoff gleiten lassen statt über Gorillaglas. Will die Farben der Welt in echt sehen statt auf einem Display.

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Da ist kein Stolz. Da ist eher ein bißchen Angst: ich fürchte, ich sollte langsam wieder auf den Technik-Zug aufspringen. Oder eigentlich eher schnell. Denn irgendwann ist er abgefahren und ich steh’ da wie der Ochs vorm Berg.
Ich bin jetzt schon überfordert mit der Bedienung der Musikanlage (Smartphone über Bluetooth, natürlich) in des Möhrchenprinzen Auto. Will keinen neuen Herd, weil es keinen mehr mit Drehknöpfen gibt. Habe keine Ahnung, über welche Apps sich die Kindergartenkinder unterhalten. Ich komme mir manchmal so unfaßbar alt vor.
Hab’ ich „bißchen Angst” geschrieben? Wenn ich’s mir so überlege, ist das doch eher Panik. Davor, selbst zu werden wie meine Mutter und eines (gar nicht mehr fernen) Tages auf meine Brut angewiesen zu sein, um zu überleben.

Gleich morgen also kauf’ ich mir ein Smartphone und einen Flachbildfernseher, ein Auto mit Klimaanlage, Navi und Bluetooth, einen neuen Laptop und ein Tablet und einen E-Reader. Daß die Wirtschaft mir nicht schon längst einen Schlägertrupp geschickt hat, so lange wie ich ihr all das schon schulde!

Nur das Tattoo und die Putzfrau, das heb’ ich mir noch ein bißchen auf. Ein bißchen Anachronismus will ich mir doch erhalten.


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