Das Lied zum Dienstag

11.10.2011

Früher war Musik mal richtig wichtig für mich, hatte einen Stellenwert irgendwo zwischen Essen und Trinken. Heute ist die Bedeutung tief gesunken, ich kaufe mir kaum mehr Alben, manchmal werden es Monate, die die Stereoanlage schläft.
Aber es funktioniert immer noch: auf einmal berührt mich ein Song, ich werde neugierig und bin wieder angefixt. Daß dann aber diese Vorarlberger Jungs mit der Blasmusik so einen Hammer hinlegen (eigentlich weit vorher hingelegt haben – Album leider nicht mehr lieferbar), damit konnte ich nicht rechnen. Das Ding läuft auf Repeat und ich renne sämtlichen Plattenläden die Regale um, bis ich die ganze Platte habe. Wow!


„mein Brüderchen – allein der Name schon!”

22.9.2011


Da hab’ ich doch glatt bei der Suche nach einem Bild für den Freitagstexter (morgen: schon wieder was neues hier – gewöhnen Sie sich aber bloß nicht dran!) diesen Schnappschuß aus dem Möbelhausprospekt gefunden. Vielleicht wär’ das auch die bessere Wahl gewesen – aber das Bild krieg’ ich wenigstens auch hier unter.

Es ist nämlich ja so, daß der Rakete Geschwisterchen rumort und gedeiht und irgendwann bestimmt auch da ist und benannt werden muß. „Stinkbirne” und „Freßraupe” sehen mit 16 im Perso aber schon sehr scheiße aus. Bei der Rakete war das ja alles noch einfach, da haben wir die zwei Lieblingsnamen verballert und gut war. Trotzdem: für ein Mädchen habe ich schon wieder adäquat zufriedenstellenden Namensnachschub (noch…). Anders, wenn es ein Junge wird. Nein, bloß kein Anders! Erstaunlicherweise nämlich sind die Jungennamen, die für die Rakete bereitlagen, heute nicht mehr meine Favoriten.
Im Gegenteil, ich bin hochgradig verunsichert. Das Blöde ist ja auch: gegen jeden tollen Namen gibt es ein schlagkräftiges Gegenargument mit Arschlochfresse. Dieter, Adolf, Karlheinz, Franz – alle schon draußen. Deswegen bitte ich einfach mal um Mithilfe: liebe Mitleser, vergessen Sie einen Augenblick Ihre passive Konsumentenhaltung und mischen Sie sich ein! Bitte geben Sie Ihre spontanen Reaktionen (egal ob „Prenzelbergscheiße” oder „hach – so hieß meine Spielplatzliebe”) auf die folgenden Namen kund – und haben Sie keine Angst, meine Gefühle zu verletzen damit. Denn ich bin auch ehrlich: ich meine die gar nicht alle ernst.

Also, gegen welche Vorurteile muß so ein Mensch namens Henry / Kalle / Gustav / Bjarne / Erik / Xaver / August / Anton / Yannick wohl so ankämpfen? Raus damit! Ich danke schon mal herzlich. Und Marvin-Bartholomäus auch.


nur mal so ’ne Frage…

25.6.2009

Irgendwann im Studium wurde mir klar: es gibt zwei Wege, irgendetwas zu schaffen. Entweder man sieht nicht nach links und nicht nach rechts und macht einfach und lebt damit, daß vielleicht irgendwer kommt und hämisch ruft „Gibt’s aber schon! Hat XYZ schon 1920 in Neuseeland gemacht! Ellabätsch!” – oder man forscht langelange nach, was es in dem Feld schon gab und sucht sich dann seine Nische. Gabi Gibtsschon kann dann aber immernoch kommen, die findet nämlich immer was.
Erfinder oder Archäologe, das sind die beiden Optionen.

Auf andere Gebiete übertragen ist der Archäologe einfach nur der, der weiß, wo er findet, was er nicht weiß. Oder: eine faule Sau. Wie ich.

Und ich weiß ja auch: meine Leserschaft ist klein, aber hochgebildet. Jeder ist auf irgendeinem Feld Profi, sowas muß man nutzen. Deshalb heute die Frage an allwissende HTML-Bastler, die die Antwort sicher im Schlaf herunterbeten können, während ich ein paar Stunden im Netz herumstolpern müsste:
Angenommen, man möchte eine Liste ins Internet stellen, von der jeder Betrachter (d.h. ohne Anmeldung!) jeden beliebigen Punkt streichen kann (soll aber lesbar bleiben), einen gestrichenen Punkt aber möglichst nur ich wiederherstellen kann. Wie macht man das wohl, wie sieht das (möglichst in html, das hat nichts mit dem Blog zu tun) aus?

Ich würde mich scheckig freuen, wenn jemand sein Wissen rausrückt. Aber bitte bloß keine Mühe machen, es werden nur auswendig heruntergebetene Anleitungen angenommen!
Dankeschön.


Wochenfetzen, Teil 1

21.9.2007

A jehds schlechds hadd sei guhds sagt meine Oma oft und ab und zu verstehe auch ich den Sinn und halte inne im Schimpfen.
Nennt mich Eso-Häschen, aber Beschränkung kann auch Möglichkeit sein, Scheitern als Chance, Nichts-Haben als Freiheit, Loslösen als Erlösung – die Schiene, Ihr wißt schon.
Kleinheit als Vorteil, mobil statt statisch, ab mit dem Miniding ins Bad mit den gesprungenen Kacheln. Tatort aus der Badewanne, ein ganz neues Erlebnis.
tatort_badewanne.jpg

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Das Schöne an der Pampa: die Weite. Das Gute an Fotos: die Geruchsfreiheit.
sundown-in-southern-norden.jpg

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100 Kilometer Landstraße jenseits jeder Stadt, wildromantische Alleen zwischen sanften grünen Hügeln, ab und zu Bauernhöfe aus rotem Backstein, malerisch as hell, aber dich jagt die Zeit und vor Dir schleichen LKWs und Trecker. Auf der Gegenspur zuckeln Rentner mit Hüten auf jeder Geraden und du bist gefangen in dieser lahmen Kolonne und wartest nur auf den Radfahrer im rechten Rückspiegel, der euch alle feixend überholt. Die Uhr tickt, der Traktor tuckert und schwankt, der LKW im Spiegel ist Dir zu nah, Unwohlsein trifft die Sache nicht, es ist eine aggressive Kribbeligkeit, die dich gleich brüllen lässt; wieder um eine Kurve gezuckelt, und am Beginn der nächsten Allee steht ein großes altes Steinkreuz, baumhoch, und auf dem schweren Sockel nur ein Wort, in Versalien: GEDULD.
Und auf einmal verpufft deine Anspannung und du schneckst gelassen weiter und nimmst dir vor, auf der Rückfahrt ein Foto zu machen, für den Geldbeutel und die Schlafzimmerwand und den Meditationskalender 2008.
(Warum kein Foto da ist? Weil das Ding sich auf der Rückfahrt versteckt hat, bimbam. Und das Internet spuckt auf die Schnelle nichts aus, auch hier nicht. Wenn aber einer der geschätzten Leser irgendwann mal dieses Bild für mich machen könnte – irgendwo an der B252 zwischen Warburg und Blomberg, in Fahrtrichtung links – ich wäre entzückt.)


Arbeitstitel bimbamnuamol

30.3.2007

Enttäuschung und das ganze überschätzte Zeug liegen ja nah beieinander.

Aber eins nach dem anderen.

Große Freude beispielsweise hat Frau wort-wahl bei mir entfacht, denn zum allerersten Mal wird mir zuteil, was andere Blogger sich schon lange gegenseitig um die Mäuler schmieren: gelesen werden, im allerbesten Sinne, nämlich öffentlich vor-. Wow. Dankeschön. Eine Freude eben. (Und daß die gute Frau das nicht ganz freiwillig getan hat, daß ich diese Ehre nämlich nicht etwa verdient, sondern gewonnen habe, noch dazu mit einer Fachkenntnis, die ein ganz schlimmes Licht auf mich wirft, das lasse ich einfach mal unter den Tisch fallen, nech.)

Gar nicht so schön dagegen ist die Aussicht auf Liftfahrten ohne Schokoladenspender, und deshalb muß ich wohl größere Geschütze auffahren. Nichts gegen dich, Karlheinz aus Ülze, der du mir rechtschreibkreativ und wohlmeinend die Ferienwohnung deiner Mutter in der Wildschönau anbotst, die Mutter und dich eingeschlossen. Den Schlüssel lassen wir mal bitte umgedreht.
Aber das kann doch nicht alles gewesen sein, Leute!
Jetzt also mit Belohnung: wer mir jemanden ans Messer die Skikanten liefert, dem lese ich einen Text nach Wunsch vor. Aus Technikblödheit am besten am Telefon. Ist das nicht irrsinnig persönlich? Wahlweise gäb’s eine Buddel Schnaps. Aber den kriegen die Mitfahrer. Irgendwie muss das Eis ja gebrochen werden.
eis.jpg
Nachtrag: Freundlicherweise unterstützt Don Alphonso meine Suche, weswegen der ein oder andere hier gelandet sein mag statt auf der eigentlichen Suchanfrage, was aber auch nichts macht, denn mittlerweile gibt’s eh schon Neues, und zwar Termin und Ort. Am Montag, 2.April, in aller Herrgottsfrühe geht’s los an den Arlberg, also hopphopp, fix überwunden und drangehängt, bittschön.


Om Freidog auf d’Nochd

28.3.2007

Eine coolere Sau hätte es ganz anders aufgezogen (Preisausschreiben! Schreibwettbewerb! Wadlcasting! Hauptpreis: meet and greet the one and only stilhäschen!), aber ich gebe zu: ich bin halbwegs verzweifelt. Und ich habe keine Zeit.
Was ich habe, ist bewilligter Urlaub ab übermorgen, die Kanten geschliffen und noch Winterreifen auf dem Häschenmobil. Leute, ich bin heiß! Und wurde gerade im vorletzten Moment versetzt. Klar ist eine Steuerprüfung schlimm, aber muß ich deswegen wirklich alleine da raus? Am Schluß lande ich noch an einem dieser unsäglichen Aprés-Ski-Pilze in den Armen irgendeines Sepps, und deswegen sind jetzt hier Helden gefragt.
Helden (oder Heldinnen!), die kurzfristig mit mir Skifahren gehen wollen. Eine Woche oder nur ein paar Tage, am liebsten in irgendeine schlimme 80er-Jahre-Betonburg in Frankreich, aber zur Not nähme ich sogar mit Österreich vorlieb. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Snowboarder, sind ja auch nur Menschen, aber in Skifahren steckt Fahrtwind. Ob der einem auf einem oder zwei Brettern den Atem nimmt, wäre mir für die Begleitung sogar in dem Fall egal; bloß bei Leuten, die wie die Robben auf der Piste herumsitzen, werde ich ein gerüttelt Maß intolerant. Nicht mal Blogger müssen es sein (vielleicht sogar besser, wenn nicht…).
Dann wäre das schonmal geklärt. Sollte also jemand unter meinen Lesern oder deren Freunden (ein, zwei, viele, egal) sich meiner (auf der Piste!) annehmen wollen: bitte bewerbenmelden unter info[at]skistilhaeschen[punkt]de.

Sonst eben demnächst hier: warum ich nie mehr nach Frankreich fahre, Vier Häschen gegen Willi oder Zu alt für die Alm – die schlimmsten Skistiefelverletzungen.

panorama2.jpg


[Die neue Rubrik suchen hatte ich eh schon länger im Kopf, aber die anderen Gesuche haben Zeit. Schauen Sie also auch demnächst wieder vorbei, wenn das Häschen ruft: „Raus damit, ich brauch’ es ärger!”]


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