wo Digital ein Ende hat

4.12.2014

Es ist Winter, aber unser Kind wird selbstständig und wir leben im Altbau.
Erfahrene Eltern erkennen sofort das Problem: das Kind könnte endlich, endlich nach dem Abendessen selbst händewaschen gehen – allein, es kommt nicht an den Lichtschalter ran.
Albern, wenn man nur deswegen jetzt immernoch selbst mitmuss (Rakete ist leider schon selbstständig. Sie weigert sich, derlei Handlangerdienste zu erledigen)…

Der Mann sieht, wie wenig fehlt, sucht kurz und poltert schließlich: „Warum, zefix, haben wir kein Telefonbuch mehr? Und auch keinen Brockhaus? Da hilft die Wikipedia mal null, die kann man nicht drunterlegen!”
- „Wir haben echte Bücher, lieber Möhrchenprinz.” – „Ach ja, stimmt.”

Ich liebe diese neuen, in der ganzen Wohnung verteilten Accessoires. Die machen so einen schlanken gebildeten Fuß.
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Solange Rakete seine Hände und Bücher rauslässt aus den Stapeln.
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Alle Jahre wieder: #nichtgemacht_vs_selbstgemacht

24.9.2014

Ein Jahr ist rum und Rakete hatte tatsächlich schon wieder Geburtstag. Und ich Lust und ein bißchen Zeit und vergessen, daß der schönste Kuchen der Welt, den ich kann, einen Ticken besser aussieht als schmeckt.

Also, auf zur fröhlichen Nicht-Supermutti-Angeberparade! Diesmal zuerst was ich (und auch sonst niemand) nicht gemacht habe und dann erst das Stattdessen. Hintergrund und Rant hier.
Achtung, nix für schwache Gemüter. Für die Hartgesottenen geht’s auch noch größer!

Jeden Tag auf dem Präsentierteller: Stilleben, seit April unbewegt.
mitten im bad

Neues Jahr, anderer Dreck: der Abfluß des Grauens.
schmutz1

Schick, aber scheiße zu putzen: Gasherd mit Glasplatte. Nie wieder.
herd

Wird auch täglich übersehen: daß man Türen auch mal abwischen könnte.
schmutztuer

Lifestyle-Fotografie aus dem Häschenhause: Designersessel an schwindender Wand.
wand

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All das blieb also liegen für dies hier:
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Ach, und es darf auch gerne weiter liegenbleiben. Leben ist schöner als Putzen!

[Und weil ich weiß, daß Notizen an mich selbst hier sicherer sind als irgendwo sonst: sollte das jetzt hier Tradition werden, dann nächstes Jahr dieses Bodenrezept mit weit weniger Mehl machen. Dann wieder Marmelade zwischen die Böden (Zitrone war eine Superidee – lieber zwei Gläser als nur eines!). Die Creme aus 250g Puderzucker, 400g Frischkäse und 350g Butter war mehr als ausreichend, hätte jedoch Zitronensaft vertragen. Und vielleicht doch nochmal nach anderen Farben suchen (wobei, nächstes Jahr sollte das Thema Windeln bei Risiko ja durch sein, insofern ist das nicht mehr ganz so wichtig).]


Last Minute Fasching, mal wieder

10.2.2013

Bei uns in Mittelfranken ist ja Fasching nicht wirklich groß und lustig schon gar nicht. Beim sonntäglichen Umzug hängen die Fressen üblicherweise immernoch bis zu den Zehen. Heuer wollen wir der Rakete zuliebe aber mal hingehen und weil ich es doof finde, komplett neutral neben meiner kleinen Hexe zu stehen, habe ich eben (inspiriert von diesem großartigen Link, danke glücklich scheitern!) ein bißchen mit Kinderstrumpfhosen herumexperimentiert.

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[Babystrumpfhose Größe 68, zwei längliche Luftballons, Faschingsschminkstifte]

Unser Material reicht auch noch für Möhrchenprinz und Risiko. Die ganze Familie versorgt (und die eigenen Ohren warm!) in weniger als 15 Minuten! Ahaaaa!


25 Minuten Zeit?

19.7.2012

Dann fix rüber zum NDR, eine Folge Tatortreiniger online sehen. Von wegen „Geschmackssache”. Großartig! Grimmepreis verdient.
(Und jetzt: wieder die bislang verlorenen Kilos anfressen, ich will gar nicht mehr schlank werden.)


Dideldip, dideldidel, didideldimm.

1.8.2011

Leute, keine Zeit für lange Reden – ich hoffe, der Burnster und der Rationalstürmer finden’s noch vor Viertelneun. Und alle anderen schalten bitte auch heute abend das Bayerische Dritte ein:
„Irgendwie und sowieso” läuft – zurecht! – zum zehnten Mal! Ottfried Fischer war mal nahezu schlank! Und Elmar Wepper ein Jugendheld im Cabrio ohne Sitze. Oder, um’s mit Sepps Worten zu sagen: „nix riskieren – aber um jeden Preis aufhalten!” (ab ca. Minute vier: eine der großartigsten Verfolgungsjagden ever).


Beton und Lehm sind das neue Marmor und Eisen

7.4.2011

Gut, neu ist relativ, aber was sind schon zwanzig Jahre? Nix. Bevor hier endgültig alles einstaubt, muß ich wenigstens meinen Ohrwurm der Woche zeigen.
Ich hab’ das Album übrigens noch auf Vinyl – und bevor’s ein anderer reinquäkt: ja, issn Cover. Und? Mitwippen mit Hong Kong Syndikat!


Kackerlakack

23.3.2011

Vor allem für Nichteltern unterhalten sich Paare mit Kindern ja gefühlt ausnahmslos über Windelinhalte. Da werden Konsistenz und Farbe bilderreich besprochen, Mengen verglichen und Duftnoten beschrieben, und den Sprechenden fällt nie auf, wie sich andere angeekelt zur Seite drehen.
Letzten Sonntag lief im ZDF eine Tierdoku und mich persönlich beruhigte sehr, mit welcher Leidenschaft und Begeisterung da jemand Elefantendung nicht nur mit Worten zerpflückte (ab Minute 23; vermutlich nur bis nächsten Samstag zu sehen):
Großaufnahme Elefantenscheiße, fußballgroß. Ehrfürchtig kniet der Mann daneben nieder, umkreist den Haufen mit den Händen und erklärt: „Dieser Elefantendungballen hier muß sehr frisch sein, vielleicht eine Stunde alt. Er glänzt nämlich noch an der Oberfläche, das heißt, er ist noch feucht. Und die Fliegen sitzen nur deshalb drauf, nicht wegen den Nährstoffen, sondern wegen der Feuchtigkeit, die sie hier ablecken. ” Das alles in einem Ton und mit einem Blick so voller Begeisterung, daß man beinahe erwartet, er würde jetzt selbst gleich dran schlecken wie an einem übergroßen Schokoladeneis. Da! Jetzt hält er es nicht mehr aus, er ergreift die Kugel mit beiden Händen, schwer atmend. „Wenn ich ihn auseinandermache,”, voller Hingabe teilt er die Masse, „ist er wahrscheinlich noch warm.” Er befühlt das Innere sanft, nickt: „Ja, ist innen noch warm. Das heißt, die Elefanten sind vielleicht ein bis eineinhalb Stunden vor mir.” Enttäuscht geht der Blick in die Ferne. Plötzlich erinnert er sich wieder an seinen Schatz, greift beidhändig hinein und zerlegt den Haufen, wieder ganz verzückt. „Man kann an diesem Dung auch sehr gut erkennen, daß es junge Tiere sind, die diesen Dungballen hinterlassen haben. Alte Elefanten, die sehr flache Zähne haben, sind gar nicht mehr in der Lage, das Holz, das Gras, die Blätter so fein zu zerkauen. Da sind meistens sehr, sehr lange Fäden in den Dungballen drin.” Er zieht Fasern heraus, voller Bewunderung. „Aber dieses Tier hat es perfekt zerkaut, zerrieben und auch gut verdaut.” Fast so etwas wie Stolz schwingt mit in seiner Stimme. „Es ist ein jüngerer Elefant.” Er legt das braune Zeug wieder hin, klopft sich die Hände ab und steht auf. Schnitt.
So viel Begeisterung für Ausscheidungen macht Mut. Vielleicht der Grundstein zur Salonfähigkeit? Auf jeden Fall großartig, Andreas Kieling, Sie haben viel für die Integration von Menschen mit Behinderungen Kindern getan. Vielen, vielen Dank!


…oder ich fall um.

12.5.2010

Hatte ich mich beschwert, daß die Rakete kein Fläschchen nimmt? Es war die falsche Größe. Fläschchen sind für Babies. Verkleinerungen haben wir nicht mehr nötig!



[Direktlink zum Video]


Kaotzencontent

19.3.2010

Und schon wieder Kinderkram – das wird sich wohl auch lange nicht auswachsen hier.

Musik für Kinder ist ein Thema, das ich gerade erst langsam entdecke; und bereits jetzt weiß ich, daß es viel, viel Scheiße gibt da draußen. Vor allem visuell. Warum müssen Kinderbarden eigentlich immer aussehen wie Priesteranwärter auf Koks?
Das andere Extrem: dieses Internet zeigt mir, daß ein Lied, daß ich eigentlich immer sehr gemocht habe, seinerzeit live ungefähr so mitreißend dargebracht wurde wie eine Schlammpfütze. „Aber darauf stehen Kinder ja”, müssen sich Peter, Paul & Mary gedacht haben. Heute gibt man halt Ritalin.

Und Raketes Reaktion?
Kotzencontent
Meinetwegen. Meinen Gesang übrigens erträgt sie ohne Erbrechen. Alles Erziehungssache!


Freitag! Stexter!

29.1.2010

Schon schön, so Traditionen. Jetzt nicht nur Weihnachten und Gänsebraten, sondern auch dieser Wanderpokal der guten Laune jetzt, dieser Freitagstexter.

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Ich danke herzlich Frau lamamma für die Ehre und freue mich arg, den dieswöchigen Wettbewerb um die schönstarrangierten Buchstaben zum Bild ausrichten zu dürfen.

Natürlich könnte ich jetzt noch ein paar Seiten füllen mit Schwadronaden und Erklärungen, aber weil’s auf die Länge ja gar nicht ankommt: zur Sache!

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[Wer unbedingt Spielregeln braucht: aus den eingehenden Kommentaren zum Foto wählt die unbestechliche Jury* nächsten Mittwoch den Gewinner, der dann nächsten Freitag den nächsten Texter beherbergen darf. Und ja, dafür sollte man ein eigenes Blog haben oder jemanden mit Blog finden, der die Party dann ausrichtet.
Weitere Erklärungen sowie das Wettbewerbsarchiv gibt es hier.
* Ich mag ja ganz gerne Schokolade. Und ja schon lange mal einen Wurstbrief.]


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