Kindermund

17.2.2016

Ich weiss, es ist still geworden hier. Dafür tobt das echte Leben umso radauiger, und das mag auch der Grund für ersteres sein. Der Tag wird wieder kommen, an dem hier wieder längeres zu lesen ist (gedanklich schleiche ich schon lange um einen Artikel zu „Integration” herum, ein großes Wort, das so schwer zu verwirklichen ist… wie wir in unserem lustigen Multikultiviertel hier gerade am eigenen Leib lernen).
Solange müssen es die Stilblüten von Risiko tun, der frische vier Jahre ist und nahezu täglich Klopper raushaut:

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„Risiko, was ist die grösste Zahl, die du kennst?” – „Hundertelfunddreissigtausendhundertelfunddreissig. Und noch eins drauf.”
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„Gut dass wir die Schuhe jetzt haben, weil die sind mir so kuschelig”
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„Ich mag das T-Shirt nicht mehr anziehen, das schwitzt mich so.”
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Und dann war da noch der Tag, an dem ich im Bad stand und Zähne putzte. Risiko marschierte an mir vorbei zum Klo, Hose runter, auf die Brille setzen, pinkeln. Runterrutschen, Hose hoch – „Risiko! Abputzen vielleicht?!” – da dreht er sich zur Klorolle, reisst zwei Blatt ab, liest imaginär davon ab wie von einem Glückskeksinlay „Verschenke deine Träume, doch träume nicht alleine”, wischt ab, wirft ins Klo, spülen, Hose hoch, an mir vorbei, raus.

Sein Unterhaltungswert ist enorm.
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Letzte Woche standen wir sehr früh auf, sassen schon um sechs im Auto und waren gute 5km gefahren, da tönt es von hinten: „Das ist aber ein seeehr langer Tunnel.”
Ich musste kurz überlegen. Es war noch dunkel.
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(Bonus von Rakete: sie spielt gern „rätseln”, umschreibt einen Begriff und wir raten.
„Also, das ist ganz oben. Das ist weiß und blau. Und da kommen die Teile von den Toten hin, die man noch brauchen kann.”
So kann man den Himmel also auch sehen.)


Haushaltshilfe

20.12.2015

„stilhäschen, wozu noch mal brauchst Du dauernd meinen Schneidplotter?”

„Der hilft mir so wunderbar im Haushalt, Schatz.”
Vorhin
Und es funktioniert sogar!
Staub zu Staub
[Demnächst wieder Nachwuchs hier oben rechts im Stickershop. Oder einfach per Mail anfragen…]


Jahresendkalauer

20.12.2015

„Und, wo habt Ihr Euren Baum dieses Jahr her?”
Von-der-Tann-Straße


Lieblingssstück: die Kinder-CD, die niemals nervt – mit Verlosung!

27.11.2015

Ich weiß, das ist eigentlich ein unhaltbares Versprechen. Aber wenn’s doch wahr ist!
Zugegeben, man muss es schon mögen, das Wortgespiele. Und wenn man Willy Astor schon einmal gehört hat, ahnt man vielleicht, was einen erwartet: ein Feuerwerk von Wortwitzen, gepaart mit (jedenfalls in meinen Ohren) erstaunlich vielseitiger Musik.
Auf der CD dem Album „Kindischer Ozean – Lauschliedergeschichten aus dem Einfallsreich” wird erzählt, wie die Familie Bröselböck in den Urlaub fährt und dabei so einiges erlebt. Die Geschichte ist hanebüchen und hangelt sich eigentlich nur von Song zu Song, das aber extrem unterhaltsam. Und die 20 Songs sind jeder für sich ein kleiner Kracher mit Ohrwurmgarantie. Hier findet sich Country, Musikantenstadel, Schlager und Blues, und neben Willy Astor spielen einige bekannte Musiker mit, z.B. Max Mutzke, Otto oder Günther Sigl von der Spider Murphy Gang. Und natürlich Mary Roos, die die laszive Kitzelqualle gibt. Ach, es ist ein einziger großer Spaß für Klein UND Groß!

Wer jemals „Conny”-, „Bibi und Tina” oder gar „Filly”-Hörspiele erdulden musste, für den ist der kindische Ozean Balsam fürs Gehirn. Und ich verspreche: selbst beim vierundvierzigsten Hören entdeckt man nochmal ein kleines Detail oder kapiert ein weiteres Wortspiel.

Man merkt es vielleicht: ich bin begeistert von dem Ding. Erst heute wieder wird es uns einige Kilometer Autobahn erträglicher machen.
Und weil ich möchte, daß mehr Eltern Spaß an den Dingen haben, bei denen es ihren Kindern die Bäuche schüttelt, habe ich einfach mal die Plattenfirma angeschrieben, die zwei CDs (ja, da bin ich oldschool) zum Verlosen hat springen lassen. Sonst bekomme ich nichts für die Werbung, ehrlich. Ich hätt’s ja eh gemacht. Weil, hab’ ichs schon gesagt? Das Ding ist Gold wert. Und übrigens geeignet ab drei Jahren, würde ich sagen. Ohne Obergrenze. Sogar Oma fand’s gut (und das ist ja quasi die Höchststufe von Lob).

alle anderen können in die Tonne!
Und ich will nicht einmal Likes sammeln oder Links oder Blogrollplätze! Ich verlose einfach nur unter allen Kommentatoren dieses Posts zweimal eine originalverpackte CD – Kommentierschluss ist der 6.Dezember um 12 Uhr mittags. Rechts- und Linksverdrehung ausgeschlossen. Ich freu mich sogar schon für Euch!

(Booah, watt Karma.)


bitte lesen – teilen – groß finden

23.10.2015

„Wir müssen über ihr Bleiberecht sprechen. Ich habe nichts gegen Rassisten, aber sie müssen lernen, sich zu integrieren.Das wird man ja wohl noch sagen müssen. Ich bin auch das Volk.”
wochenendrebell über eine Begegnung mit einem Flüchtling, den es blöderweise in einen unfreundlichen Ort in Thüringen (?) verschlagen hat. Mehr als lesenswert!
(gefunden via die gute alte creezy)


Die lustige Seite des Themas

1.10.2015

Meine Tochter erzählte mir nach dem ersten Schultag: „Die Lehrerin hat gesagt, daß wir in der Schule alle Deutsch sprechen sollen. Im Klassenzimmer und auf dem Pausenhof.”
Ihr Klassenkamerad hängte bei seiner Mutter noch etwas dran: „Das finde ich eigentlich auch sehr gut. Ich kann nämlich gar kein Türkisch.”

(Vermutlich auch kein Griechisch, Russisch, Polnisch, Tschechisch sowie Sprachen aus Indien und Zentralafrika. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht.)


Effektivität ist alles.

12.1.2015

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren meldete Risiko seinen Berufswunsch an: Entwicklungshelfer.

Gerade mal zwei Jahre! Und schon jetzt ist sein Job in spe automatisiert!

Ich mache mir Sorgen um seine Zukunft. Aber ich sage es ihm nicht.
(Alter Verwalter, dauert das, das wieder perfekt aufzuwickeln!)


Frohes Neues!

8.1.2015

Bevor es wieder heisst „ey, auf Deinem Blog passiert ja gar nix mehr!” hier schnell eine Meldung von der Schnupfennasenfront. (Würde das hier noch länger stillstehen, bekäme ich ja irgendwann gar keine Emails mehr von Agenturen, die mir eine „Zusammenarbeit” mit „lukrativen Einnahmemöglichkeiten” anbieten…)

Nämlich: hier ist alles ruhig.

Nichtsdestotrotz nutze ich noch die Gelegenheit, um allen Mitlesenden ein wunderbares, entspanntes, glückliches und gesundes neues Jahr zu wünschen.

Und redet bitte nicht immer nur von den Kindern.

Direktlink zum Link der Väter, die kein Stück besser sind als wir Mütter zur Elternhymne: Christoph und Lollo!

PS: Die Kulturmenschen lernen bitte das hier für die nächste Vernissage auswendig. Und jetzt alle: „Trägt sein Schöpfer einen Hut?”


wo Digital ein Ende hat

4.12.2014

Es ist Winter, aber unser Kind wird selbstständig und wir leben im Altbau.
Erfahrene Eltern erkennen sofort das Problem: das Kind könnte endlich, endlich nach dem Abendessen selbst händewaschen gehen – allein, es kommt nicht an den Lichtschalter ran.
Albern, wenn man nur deswegen jetzt immernoch selbst mitmuss (Rakete ist leider schon selbstständig. Sie weigert sich, derlei Handlangerdienste zu erledigen)…

Der Mann sieht, wie wenig fehlt, sucht kurz und poltert schließlich: „Warum, zefix, haben wir kein Telefonbuch mehr? Und auch keinen Brockhaus? Da hilft die Wikipedia mal null, die kann man nicht drunterlegen!”
- „Wir haben echte Bücher, lieber Möhrchenprinz.” – „Ach ja, stimmt.”

Ich liebe diese neuen, in der ganzen Wohnung verteilten Accessoires. Die machen so einen schlanken gebildeten Fuß.
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Solange Rakete seine Hände und Bücher rauslässt aus den Stapeln.
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Schnipsel – Risiko und die Sprache

21.11.2014

Hauptsächlich ist das hier ja mein Privatarchiv. Daß das Internet nix vergisst, kann man nämlich auch einfach nutzen statt fürchten! Und bevor mir die Hirnzellen mit Risikos Sprachschätzen des letzten Jahres wegsterben, hier noch schnell niedergetippt:

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Lange her, aber eine Sternstunde: Er muss ungefähr zwei gewesen sein, da erkannte er, daß Menschen neben dem Namen noch anders „heißen”, je nachdem, wer einen anspricht. Und so saß er da und erklärte dem Papa:
„Mama – Dilhässen [bzw. mein Vorname]. Papa – Mörsenbrinds [dessen Vorname]. Rakete – Wester [=Schwester]”. Aber wer ist er selber? Wir waren ein bißchen peinlich berührt, denn soooo oft sagen wir das gar nicht zu ihm: „Igo [=Risiko] – Depperle”.

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Diese Zeiten sind vorbei. Risiko quatscht längst wie ein Wasserfall. Sein Sprachmodul ist erstaunlich ausgereift: grammatikalisch korrekte Kettensätze („Mama, wenn da die Wand morgen immer noch kaputt ist, dann muss der Papa aber endlich mal eine neue draufkleben”) muss man in dem Alter wohl eher noch nicht können. Dafür ist der Inhalt gerne mal ein wenig kryptisch: „Mama, Emma hat mir heute einen Hund geschenkt und dann waren ihre Schuhe ganz breit.” Nachfragen hilft da wenig. Wir grunzen mittlerweile lieber wissend, dann ist der Käse am schnellsten gegessen.

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Und dann haut er immer wieder Sachen raus, daß es mich schier zerreisst:
Risiko sieht, wie Rakete sich nackt mit angezogenen Beinen auf dem Rücken wälzt (falls Sie sich fragen warum: 101 Wege, sich eine Unterhose anziehen, Teil 8). Erstaunt zeigt er auf den Schambereich mit der Spalte in der Mitte: „Schau, Mama, noch ein Popo!”.

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Zufall, daß es hinterteilig weitergeht – er hat auch andere Interessen, ehrlich!
Auf dem Weg zum Kindergarten ist eine Baustelle mit Putzsilo, darauf das Logo eines Farbenherstellers. Wir sind schon ungefähr zweihundertmal daran vorbeigegangen, hatten diskutiert, was da wohl drinnen ist, was die Handwerker dort machen, warum das Gerüst so dreckig ist, warum die Handwerker Radio hören, weshalb eine Thermoskanne auf dem Fensterbrett im ersten Stock steht, ob die Handwerker auch Kinder haben, wie ein Flaschenzug funktioniert, ob die Handwerker zuhause Ärger kriegen wenn sie Flecken auf der Hose haben. Man hätte meinen können, alle Fragen seien geklärt.
Da zeigt mein Sohn auf das Logo am Silo und fragt: „Mama, warum hat der Elefant einen Besen im Popo?”
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„Sohn, der hat keinen Besen im Po. Der hat einen Pinsel an den Schwanz geknotet.”
Rakete schaltet sich ein: „Mama, das ist jetzt aber wirklich quatschig. Wer würde denn sowas machen?”
Aber Hauptsache, der Besen wäre plausibel. Ich mach’ mir darüber jetzt einfach mal keine Sorgen. Ich käm’ ja zu gar nix mehr.


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