Disclaimer

24.7.2018

Ja, das hier ist öffentlich – aber ein privates Blog, nix mit journalistischem Anspruch. Was ich schreibe, gibt meine ganz persönliche Sicht der Dinge wieder und ist kein neutraler Bericht.
Wenn jemand die Welt anders siehst als ich, ist das nicht schlimm. Vielleicht habe ich auch einen Aspekt übersehen? Dann tritt bitte in Kontakt. Fruchtbare Diskussionen entwickeln sich nur, wenn man auch seine Sicht der Dinge sagt. Als Kommentar, in einer Mail oder persönlich.
Du möchtest etwas genauer wissen, z.B. über welchen Laden ich schreibe? Dann frag mich. Ich unterhalte mich gerne.
Gerade, wenn man bereits mehr über mich weiß, als ich hier je preisgegeben habe, sollte das doch kein Problem sein.

Das hier ist zwar im Internet, aber wir beide sind Menschen.


stilhäschen und der Datenschutz – Fragen an die Leserschaft

10.5.2018

Simmermal ehrlich: hier (im Blog) passiert gerade nicht viel.
Und jetzt geistert dieses DSVGO-Ding im Internet herum und ab bald müsste ich hier eine Menge ändern (oder?), und echt jetzt: DAS NERVT! Ich habe schon eine Menge an wordpress gebastelt und ne Menge gelernt dabei, aber eigentlich interessiert mich das alles null.
Ich hab jetzt ein paar Stunden damit verbrannt, mich einzulesen in SSL und letsencrypt und Tralala und ich habe keinen Bock mehr.
Deshalb ein paar Fragen an meine technikaffine Leserschaft:
- SSL muss ich doch nur anbieten, wenn ich auch Daten sammle, oder? Also Kommentarfunktion aus und gut ist? (Google-Ranking ist mir wurscht)
- ich habe mehrere Domains, bei 1und1 aber nur ein SSL-Zertifikat frei (und letsencrypt läuft da m.E. nicht) – dann das Zertifikat lieber auf die geschäftliche Domain, oder?

Es wäre toll, wenn sich jemand mit Knowhow dazu äussern würde, gerne auch per Mail (info ät stilhaeschen.de). Am 25. schalte ich dann die Kommentarfunktion aus.


Homeschooling: Musik und Geschichte.

30.3.2018

Musik war mir mal unheimlich wichtig. Ich erinnere mich an die Zeit zwischen 20 und 30, an Anstehen vorm Plattenladen und an eine Menge vielversprechender Flirts, die beim Blick auf die CD-Sammlung leise verpufften. Musik war keine Untermalung, Musik war heilig und Distinktionsmerkmal. Wer die gleichen Platten im Regal hatte, konnte kein ganz schlechter Mensch sein.
Tja, irgendwann ging das irgendwie unter. Job, Beziehung, Kinder, meine Gedanken drehten sich um andere Dinge, offenbar war ich irgendwo zwischendurch erwachsen geworden. Ich ertrage Musik nur noch, wenn ich alleine bin. Ich kann mich einfach nicht mehr auf zwei oder mehr Soundinputs konzentrieren.
Ich bin aber kaum allein. Und so huschte die Musik aus meinem Leben, still und leise. Aber irgendwie schmerzhaft.

Schmerzhaft auch das Gros dessen, was so als „Musik für Kinder” auf dem (Floh-)Markt angeboten wird. Und so war ich vor ein paar Jahren heilfroh, Deine Freunde und Unter meinem Bett zu entdecken, das kann ich wenigstens ertragen, sogar in Dauerschleife.

Rakete ist jetzt acht, das Deine-Freunde-Konzert hat sie arg geflasht (zugegeben: mich auch). Und so stellt sie mir Fragen: was ich so für Musik gehört habe, früher? Ob ich ihr auf youtube zeigen könnte, was der Deine-Freunde-Sänger Flo Sump früher gemacht hat? Und was eigentlich ein DJ macht?
Wir sind ein Wochenende lang auf Reisen gegangen, vor meiner Musik-Sammlung und vorm Computer. Wir sprangen von Hütchen auf Stöckchen, ich erklärte ihr das Prinzip „Zitat” und „Sample” und dass beides etwas mit Respekt zu tun hat. Ich nahm sie mit auf eine Zeitreise, versuchte zu erklären, dass deutsche Texte in den Neunzigern nicht gerade cool waren, es wurden wahre Geschichtsstunden („Und Handys gab es noch nicht. Mal schnell etwas nachschlagen ging nur zuhause im Lexikon und Musik kaufte man im Laden.” – „Mama, jetzt verarschst Du mich aber!”).

„Wie alt warst Du da, Mama?” fragte Rakete, als sie „Auf einem Auge blöd” aus dem Plattenregal zog. Flashback. Ich erinnere mich an ein Fettes-Brot-Konzert, ca. 1996, ich war zwanzig, Vorband war Blumentopf, vielleicht 200 Leute im Publikum. Wenig später füllten die Jungs Riesenhallen und „fast dreissig” war ein Schreckgespenst.

Offenbar wurden sogar die erwachsen. „Für immer immer” mag auch schon wieder fünf Jahre alt sein, egal. Für uns ist es neu und seit Wochen Ohrwurm Nr.1. „Das (bei 2:45) ist ja DJ Pauly, Mama!” Ach ja, mein Kind, der gehört da auch dazu. So schliesst sich der Kreis. „Und das mit Katja Ebstein, das reimt sich nicht. Ist das wohl ein Zitat, Mama?”. Tschakka, Kleines. Deutscher Hiphop: Eins, setzen.

Trotzdem bin ich immer noch erschüttert: wie konnte es passieren, daß ich volle zwei neue Alben vom Fetten Brot einfach verpasst habe? Immerhin das vorletzte haben wir jetzt auch schon, Rakete und Risiko kennen neuerdings die „Repeat-one”-Taste am CD-Player und dank Bassbeschallung kommt Rakete nun morgens auch aus dem Bett. Blöd nur, dass jetzt Ferien sind.

Ach was, das gibt uns ja jede Menge Zeit für mehr Zeitreisen! Heute stehen Kante, Del Amitri und Plan B auf dem Stundenplan, und dann machen wir mal eine Retrospektive zu Grönemeyer („Sie mag Musik nur wenn sie laut ist”), Prince und The Police und vielleicht noch in die Steinzeit: meine erste Platte war Genesis’ „Invisible Touch”. Mal sehen, wo wir sind, wenn die Ferien vorbei sind. Auf jeden Fall lernt Rakete in diesen Ferien mehr als in drei Jahren Schule.


Lifehack: Zuckerschocktorte (auch und gerade für Backhonks)

6.2.2018

Ich backe eigentlich ganz gerne und die Ergebnisse teigen taugen mir auch meist. Bei den letzten Kindergeburtstagen aber fiel mir auf, wieviele angebissene Kuchenstücke auf den Tellern liegenbleiben, weil eben doch nicht fünf reingehen oder plötzlich alle aufspringen. Das ist doch schade um Kuchen und Mühe und deshalb gibt es jetzt bei unseren Kinderpartys „nur” noch: Zuckerschocktorten.

Kommen super an, sind schnell gemacht, keiner heult rum wegen Gluten oder Vollkorn und das beste: das ist sowas von keine Sauerei, da kann man sogar die Teller nochmal verwenden! Übrig bleibt wahrscheinlich auch nix.

Das ist Effizienz, liebe Eltern. Und dann ist das noch so einfach, dazu braucht niemand ein Tutorial. Bleibt so viel mehr Zeit zum Sekttrinken!

[Höchstens von unten zu sehen: das Maskingtapemassaker, mit dem Teller und Stützbecher zu einer beliebig hohen Etagere zusammengeschustert werden. Hält super und geht danach rückstandslos ab.]


Sprungchance Schule

21.12.2017

DISCLAIMER: Ja, das hier ist öffentlich – aber ein privates Blog, nix mit journalistischem Anspruch. Was ich schreibe, gibt meine ganz persönliche Sicht der Dinge wieder und ist kein neutraler Bericht.
Wenn jemand die Welt anders siehst als ich, ist das nicht schlimm. Vielleicht habe ich auch einen Aspekt übersehen? Dann tritt bitte in Kontakt. Fruchtbare Diskussionen entwickeln sich nur, wenn man auch seine Sicht der Dinge sagt. Als Kommentar, in einer Mail oder persönlich.
Du möchtest etwas genauer wissen, z.B. über welchen Laden ich schreibe? Dann frag mich. Ich unterhalte mich gerne.
Gerade, wenn man bereits mehr über mich weiß, als ich hier je preisgegeben habe, sollte das doch kein Problem sein.

Das hier ist zwar im Internet, aber wir beide sind Menschen.
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Es hört nicht auf, es bleibt hier wohl das letzte Thema, das dieses Blog am Leben hält: Schule.
Rakete geht jetzt in die 3. Klasse der Nachbarsprengel-Schule, Risiko ist nächsten Herbst dran. Unsere persönliche Vorgeschichte hier.

Gerade weil wir mit Rakete gesehen haben, wie es an der Sprengelschule abgehen kann, versuchen wir ein weiteres Mal, die Aufnahme an der kirchlichen Privatschule zu erreichen, damit Risiko etwas mehr „unter seinesgleichen” lernen kann. Ich bin ein Riesenfan von Diversität, aber das ist geschrieben um so viel einfacher als in echt! Vor allem gibt es die nämlich nicht. Nicht an der Sprengelschule, wo die einen nahezu unter sich bleiben – und an der Privatschule sowieso nicht, da bleiben die anderen unter ihresgleichen.
Constanze von Bullion nennt es in einem sehr lesenswerten Artikel, der auch in der aktuellen SZ Familie abgedruckt ist, sogar „Bildungs-Apartheid”. Krasser Ausdruck, aber genau so ist das echte Leben.

Und das ist nicht nur in Berlin so, in mittlerweilen sieben Jahren Krippe/Kindergarten/Schule/Hort in Nürnberg habe ich deutlich gesehen:
1. Die Kinder, die auf Privatschulen gehen, fehlen bitterlich in der Regelschule. Trotzdem darf ich es Eltern nicht krummnehmen, wenn sie für ihr Kind eine andere Vorstellung von Schule leben wollen. Das fällt mir scheißschwer, es ist einfacher, die Privatschuleltern zu verurteilen, als unsozial und elitär abzustempeln.
Aber ich möchte ihnen etwas zurufen, eintrichtern, hineinreiben in ihr behütetes Fahrradhelmfamilienleben: „Hey, Ihr gutmenschelnden Finkideltern, die ihr schön darauf achtet, daß die Kinderbücher politisch korrekt sind und Hassan am Spielplatz mitspielen darf und zu Weihnachten etwas ans Flüchtlingsheim gespendet wird – verdammt noch mal, geht doch mal raus aus Eurer Blase, LEBT mit den anderen, MIT ihnen, nicht daneben und darüber!”

2. Und gleichzeitig sehe ich Kinder, die in kaputten Familien aufwachsen, denen Geld oder Liebe oder beides fehlt, deren Eltern Bildung egal ist – und dabei blutet mein Herz. Denn wenn die nicht wahnsinnig Glück haben und sie jemand unter die Fittiche nimmt (ein besonders engagiertes Hortteam z.B. ), dann ist deren Zukunft vorprogrammiert. Wenn vom Elternhaus nichts kommt und die staatlichen und städtischen Hilfen nicht ausreichen (und das ist die Regel), dann ist da nichts mit sozialem Aufstieg. Chancengleichheit am Arsch.

Hallo, Dilemma! Wir sitzen zwischen den Stühlen. Auch mir ist mein Kind etwas wichtiger als das des Nachbarn. Und deshalb will ich ihm möglichst lange ersparen, im Schulhof verprügelt zu werden, bloß weil es bei uns nicht das Prügeln gelernt hat. Denn so deutlich in der Unterzahl, wie „Familien wie wir” hier an der Sprengelschule sind, können wir dort leider kaum etwas am System ändern. Und so bleibt uns nur, die Ungerechtigkeit aufrechtzuerhalten – oder im Falle der Nichtaufnahme an der privaten Schule: ein weiteres Mal durchhalten. Und die Kinder stärken, stärken, stärken.
Ich wünschte, es gäbe einen dritten Weg: das echte Miteinander.


Geschützt: Mann, erklär mir die Welt.

25.10.2017

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Grüsse aus dem Urlaub anderen Leben

19.6.2017

„Und dann fliege ich für 10 Tage nach Estland. Ja, da ist wieder Schule. Ach so! Nö, ICH fliege, heisst: allein!” Irgendwie konnten sich das viele nicht vorstellen, denen ich davon erzählt habe. Deshalb der Beweis – quasi vorab (bevor sie danach enttäuscht feststellen, dass das kein sauguter Vorwand war für eine Schönheits-OP):

 links: Kunst aus/mit Eisbär, rechts: Kurhaus mit Eisbar.

Ich geniesse es unheimlich, einfach als Touristin unterwegs zu sein – und nicht wie sonst als reisende Mutter. Wenn hier eine aufs Klo muss oder Hunger/Durst/kaputte Füße hat – dann bin ich das selbst. Das ist so großartig! Zur Nachahmung empfohlen. Auch Estland. Die Exotik liegt so nah.

PS: mein erster Blogeintrag per Telefon. Krasse Technik.

PPS: Entweder sind das da vorne am Spielplatz auch Deutsche, oder es heisst auch auf estnisch (wo nix annähernd ähnlich wie in anderen Sprachen heisst!) MAMA. Selten konnte es mir egaler sein. Yeah!


Meine Schwäche: Stärken

19.5.2017

DISCLAIMER: Ja, das hier ist öffentlich – aber ein privates Blog, nix mit journalistischem Anspruch. Was ich schreibe, gibt meine ganz persönliche Sicht der Dinge wieder und ist kein neutraler Bericht.
Wenn jemand die Welt anders siehst als ich, ist das nicht schlimm. Vielleicht habe ich auch einen Aspekt übersehen? Dann tritt bitte in Kontakt. Fruchtbare Diskussionen entwickeln sich nur, wenn man auch seine Sicht der Dinge sagt. Als Kommentar, in einer Mail oder persönlich.
Du möchtest etwas genauer wissen, z.B. über welchen Laden ich schreibe? Dann frag mich. Ich unterhalte mich gerne.
Gerade, wenn man bereits mehr über mich weiß, als ich hier je preisgegeben habe, sollte das doch kein Problem sein.

Das hier ist zwar im Internet, aber wir beide sind Menschen.
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Mein fünfjähriger Sohn sitzt morgens verzweifelt vor seinem Schrank: ich habe gesagt, daß es morgens noch zu kalt ist für kurze Hosen. Seine Schwester trägt bei diesem Wetter Leggins unterm Rock und zieht sie mittags aus.
Ich verstehe seinen Neid, schlage ihm dieselbe Lösung mit kurzer Hose drüber vor, google dazu Bilder von Fußballern mit Leggings unter der Short, er seufzt enttäuscht: „Mama, das ist schon eine gute Idee, aber die Jungs im Kindergarten lachen mich aus.”

Lalala, mein Kind, Du darfst alles was Du willst, solange das niemandem wehtut. Tideldum, mein Schatz, das kannst Du allen sagen. Tralala, mach was du willst und kümmere dich nicht darum, was Paul oder Marc oder Trevor sagen. Lalala.

Rakete geht in die zweite Klasse und manchmal erwähnt sie beim Abendessen irgendeine Situation aus Schule oder Hort – wer wen geärgert hat und wie gemein sie das fand. Ich bin heilfroh, daß sie sich selbst scheinbar gut raushalten kann (kann sie doch, oder?), aber ich wünschte, sie und ihre Klasse hätten andere Probleme. „Lenas Vater hat ihr heute so viel Pausebrot mitgegeben, daß wir es nichtmal zu viert geschafft haben”, sowas in der Art. Hallelujah, was würde ich für ein Loblied singen! Stattdessen bleiben Kinder ohne Pausenbrot und Hausaufgaben die Regel und die Sozialpädagogin, die u.a. wegen eines gemobbten Kindes eingeschaltet wurde, sagt: „Die Klasse ist schwierig, es gibt einige ‚Problemfälle’. Daran können Sie nichts ändern. Aber Sie können Ihre Kinder stärken.”

Lalala, mein Kind, du machst das alles super. Stärk, stärk, stärk! Du hältst dich raus und ärgerst andere nicht. Brumsebim, mein Schatz, was bin ich stolz auf dich. Ich verstehe, tideldum, wie doof du andere findest, die sich nicht an die Regeln halten. Lalala, bitte halt du dich trotzdem weiter dran, auch wenn’s dir scheint, als wärst du die einzige.

Es ist Freitagabend, Rakete wünscht sich „eeeeendlich mal wieder!” Nagellack. Ich hole das Sortiment und das Mikroskop (Scherz.) und lege los. Risiko sitzt dabei und möchte auch. Er sucht sich eine Farbe aus (rot) und noch beim Lackieren sagt er: „Am Sonntagabend machen wir das aber wieder ab. Im Kindergarten will ich das nicht tragen, da sagen die Jungs wieder was. Die Mädchen finden’s aber toll.”

Lalala, mein Kind, hör doch nicht auf die anderen bei so einem Quark. Geschmi-, Geschmo-, Geschmack ist ein Persönlichkeitsrecht. Frag Torben doch mal, warum er Glitzer nicht mag – das ist ja wohl nicht normal, holladio.

Rakete sortiert T-Shirts aus, die sie nicht mehr tragen will. Einige gefallen ihr zwar, aber „die anderen sagen, die sind für Jungs” und sie hat keine Lust auf Diskussion. Andere fallen durch, weil „Sina sagt, Streifen machen dick”.

Lalala, mein Kind, ich finde dich wunderschön, schon immer. Tideldum, wir werden dich immer liebhaben, egal was du anstellen wirst oder wie du aussiehst. Selbst wenn du dick wärst – was du nicht bist, zefixnocheins und auch mit 5 Kilo mehr noch lange nicht wärst – würde das nichts an deiner Schönheit ändern. Stärk, stärk, stärk: wichtig ist bei Menschen nicht das Außen, sondern das Innen. Brumsebim, Nettsein ist wertvoller als Schönsein.

Ach, was stärke ich meine Kinder. Tagein, tagaus. Neben all den anderen „Kleinigkeiten” wie Versorgung, Klamotten, Erziehung singe ich ständig dasselbe Lied, tralala. Ich höre ihnen zu, erkläre Ihnen die Welt und dass nicht immer alles nach Plan läuft. Dass man manche Dinge aushalten muss, dass das wichtigste ist: fair sein, niemandem wehtun. Und DU BIST RICHTIG WIE DU BIST. TIDELDUM, ZEFIX NOCH MAL!
Und eigentlich wäre das ja gar nicht weiter schlimm. Ist eben mein Job als Elter. Brötchen verdienen, Brote schmieren, Klamotten besorgen, putzen, meckern, waschen – und stärken.

Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir aber auf: es nervt mich unendlich! Und nerven tut diesmal nicht einmal das ewig gleiche Lied (obwohl gerade das ewig gleiche Lied nerven sollte, aber das ist ja eines der Eltern-Paradoxa: das ewiggleiche Lied ist ja eigentlich das, woran man sich am besten gewöhnt hat seit dem Moment, in dem Kinder ins Leben traten, aber hallo), nein, es nervt, dass Stärken das einzige ist, was ich wirklich tun kann. An den Umständen nämlich kann ich nichts ändern. Sicher, ich kann das Genderding mit den Kindergärtnerinnen besprechen (um zu hören „Kinder sind halt so, das ist Psychologie”). Ich kann wegen des Klassenklimas wöchentlich zu Lehrerin oder Rektorin marschieren. Ich kann versuchen, anderen Kindern auf dem Spielplatz zu erklären, dass Kinder Kinder sind und es keine Spiele/Klamotten/Frisuren für Mädchen oder Jungs gibt. (Und ich weiß, daß das auch Kinder von Müttern machen, die das ganz genauso sehen wie ich! Jungs, die letztes Jahr noch selbst Nagellack liebten! Und ich höre das ewiggleiche Lied „Kinder sind halt so, das ist Psychologie…”)
All das kann ich – ich will das aber nicht, verkackte Axt nochmal! Ich will, dass ich das nicht zum Thema machen muss, weil es einfach gar kein Thema sein sollte. Ich will nicht, daß mir am Ende des Tages immer nur das Stärken bleibt.

Denn ganz ehrlich: das ganze Kinder-Stärken frisst ganz schön Kraft. Und wer stärkt eigentlich mich?
Ich hoffe sehr, daß die beiden Dosen erstmal reichen übers Wochenende. Zschhhhh!


alles Egos außer wir

29.4.2017

Gestern abend stand ich mit dem Fahrrad ganz vorne an einer roten Ampel und wartete auf grün. Neben mir stand ein Auto. Dann kam eine Fahrradfahrerin von hinten, quetschte sich zwischen dem Auto und mir durch und stellte sich genau vor mich, um dort ebenfalls auf grün zu warten.
Ich war zu perplex, sie zu fragen: „Warum, zur Hölle? Warum glauben Sie, das Recht zu haben, sich vor mich zu stellen?” (Und sie war nicht etwa mit einem sportlicheren Rad unterwegs, was wenigstens noch erklärt hätte, daß sie meinte, sich vor mein Omarad quetschen zu müssen.)

Mir persönlich kommt es so vor, als werden solche Situationen immer häufiger:

- Autofahrer, die (gerne plötzlich und ohne zu blinken) in zweiter Reihe anhalten, um „nur mal schnell” etwas zu erledigen. Daß das den Verkehrsfluß behindert oder (z.B. wenn das auf der Gegenfahrbahn auch jemand tut) sogar lahmlegt, ist ihnen egal. Oder nicht einmal bewußt? „Ich bin doch gleich wieder weg!” sagen sie bestenfalls, wenn man sie darauf anspricht (eher jedoch wird man angepöbelt). Als ob das etwas ändern würde! Auch wenn man nur 5 Minuten ein Arschloch ist, war man ein Arschloch.
Manche Autofahrer potenzieren ihre Idiotie noch, indem sie in zweiter Reihe vor einem Parkplatz halten, statt kurz hineinzumanövrieren und alles wäre in Butter. Gleiche Kategorie: Männer auf Frauenparkplätzen, Kinderlose auf Familienparkplätzen, Gesunde auf Behindertenparkplätzen, ein Auto auf zwei Parkplätzen…

- Fahrradfahrer, die trotz vorhandener Fahrradwege eine komplette Autospur im Berufsverkehr brauchen

- Vordrängler an Kassen („aber ich hab’ doch nur fünf Sachen!”) und Ständen – oder, noch dreister, an der „Diskretionszone” in Apotheken oder Banken. Bei freundlichem Hinweis könnte man sich ja entschuldigen und anstellen; diese aber pampen einfach los oder ignorieren einen.

- Autofahrer, die mit Absicht auf der Abbiegespur an einer Stauung vorbeifahren, um sich ganz vorne wieder einzufädeln

Mir fielen noch einige dieser Standardsituationen ein, die mich immer wieder aufs Neue sprachlos machen.
Egal ob als Verkehrsteilnehmer oder in anderen Alltagssituationen, eines haben all diese Leute gemein: sie verhalten sich als wären sie alleine auf der Welt – oder wichtiger als andere. Sie glauben, für sie gälten Sonderregeln. „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg’ auch keinem andern zu”, das allereinfachste Gesetz des Zusammenlebens – sie scheinen es nie gehört zu haben. Ich kapiere einfach nicht, warum das in ihrer Erziehung offenbar nicht vorkam und auch danach nie gedämmert hat.

Warum nimmt dieser Egoismus, diese Ignoranz gegenüber den anderen so zu? Oder bilde ich mir das nur ein? Was kann man da machen (jenseits von Lamentieren und freundlichem Fragen nach den Beweggründen – nützt ja beides nichts)?

Klar kann man sagen „lass die Deppen doch Deppen sein, geh weiter und mach’s selber besser”. Aber ich sehe hier einen Zusammenhang zu z.B. Schlagzeilen über blinde Gewalt gegen Unbekannte. Wer sich nicht um seine Mitmenschen schert, schert sich nicht um seine Mitmenschen.

Ich habe zwei Kinder, denen ich versuche u.a. Rücksicht beizubringen. Mehr Menschen möchte ich gar nicht erziehen. Aber langsam gehen mir die Erklärungen aus, wenn sie fragen „warum hält der/die sich nicht an die Regeln?”
Ich habe nur eine große Hoffnnung: wenn die Egoisten keine Kinder kriegen, hört das alles auch wieder auf.


Kleinigkeiten

5.4.2017

Vor ein paar Wochen, Faschingstreiben in der Stadt, die Kinder spielen beim Spielmobil, ich sitze auf einer großen Treppe am Rand des Platzes, wie abgemacht. Irgendwann kommt eine fremde Frau mit meinem weinenden Sohn an der Hand auf mich zu. Sie lacht lauthals: „Ich habe ihn gefragt, wie seine Mama aussieht. Er sagte, sie hat heute eine große schwarze Sonnenbrille auf.”
Daß ich gleichzeitig aussah wie der Depp Hase vom Dienst, hatte Risiko wohl vergessen. Oder es fällt ihm schon nicht mehr auf.

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Und dann war da noch die Glasscherbe, in die Risiko letztens zuhause getreten war. Er zeigte sie mir, ich hatte ein instantschlechtes Gewissen (schlecht gesaugt!), ich ließ mir den Fuß zeigen, zog den Socken aus, konnte nichts finden.
Als der Kleine im Bett war, sah ich die Blutflecken in der gesamten Wohnung. Nach dem Putzen zog ich die Socken aus der Wäsche: einer hatte ein ziemlich großes Loch in der Sohle und war drumherum sehr blutig. Tsunamiesk begrub mich das schlechte Gewissen unter sich: was bin ich für eine schlechte Mutter, die so eine Wunde übersieht?!
Einige Zeit später fiel mir zu meiner Entlastung wenigstens ein: der Kerl hatte mir den falschen Fuß gezeigt.

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Und dann hat noch die alte Plastikspiralenbindemaschine, die ich dereinst einmal bei einer Firmenauflösung mitgenommen hatte, endlich ihre Bestimmung gefunden: Jetzt können die Kinder beim Spielen draußen professionell auf die Spielstraße (in der wir wohnen) hinweisen.
Jedenfalls, wenn einer anhält…


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